Schloss Tremsbüttel

Der richtige Rahmen fürstlich zu speisen!

Im malerischen Herbstfarben bemalter Park lässt sich auch der Norden besonders wunderschön für die Seele genießen. Nicht nur im Süden Deutschlands gibt es Schlösser, die sich lohnen. Nein auch direkt zwischen Kiel und Lübeck.

Das kleine zauberhafte Schloss Tremsbüttel liegt versteckt in einem riesigen Park, der nicht nur einen glitzernden See mit Springbrunnen beherbergt, sondern auch mit einem liebevoll angelegten China-Garten lockt.

Wenn die Herbstsonne scheint, leuchtet so unterschiedliches Grün, dass man den Sommer um nichts vermisst. Mit Herbstjacke die Umgebung durchstreifen und von Prinzen und Prinzessinnen träumen und jener Zeit, als die Menschen noch dankbar das Essen einnahmen und nicht an die nächste Diät dachten – sondern eben glücklich waren, wenn es überhaupt etwas zu essen gab…

Wer mag ,kann im Schloss nicht nur verträumt die Zeit verschlafen, sondern auch wirklich fürstlich speisen, wunderbar Kaffee und Tee trinken und an Motto- Nachmittagen sonntags auch mal English Tea Time erleben. Die Küche des Kochs und die Weine, ausgesucht und von hoher Qualität, zergehen förmlich auf der Zunge.

Im unteren Bereich befindet sich ein in rot-buddhistisch angehauchter Keller, der nicht nur angehende Brautpaare zur Party lockt.

Wirklich schön sind wie immer die Turmzimmer (Fürstenzimmer mit Blick auf den See) und auch die rotbeteppichte Wendeltreppe.

Von hier ist es nicht weit, um Lübeck (nicht nur für Marzipan und Tor) zu besuchen, sondern auch um den letzten Ruheort von Otto von Bismarck, seines Zeichens Fürst und Reichskanzler d der deutschen Reichsregierung zu besuchen, im Mausoleum mitten im Wald in der Schlosskapelle. In Zeiten, wo wir Demokratie und Weltkriege versuchen zu deuten und neu zu beschreiben, eine gute Gelegenheit deutsche Geschichte im Museum und Bildungshaus der Bismarck Stiftung sehr detailliert auch für Schüler zu erleben. Bildhaft und mehr als informativ steht die Bildungsstätte jedem offen.

Neben dem Bismarck- Museum in Friedrichsruh gibt es Wald ohne Ende zu genießen und die Menschen der Umgebung erzählen gern ihre Geschichten über den Ort. Alte Bauweise ergänzt diesen geschichtsträchtigen Ort, der auch per Zug direkt erreichbar ist.

Doch zurück zum Schloss Tremsbüttel: echte Beatle-Fans kennen bestimmt diesen Ort, die auf ihrer einzigen Deutschlandtour 1966 genau hier übernachteten. Es fühlt sich schon eigen an, geschichtsträchtige und auch musikgeschichtlich bedeutende Treppenstufen zu besteigen.

Nun, das im südlichen Schleswig-Holstein befindliche Schlosshotel, hat wie alle historischen Gebäude eine wechselvolle Geschichte. Seit 1996 nun gehört es dem Pharmaunternehmer Strathmann.

Auch wenn man eigene Gedanken hegt zum Thema Pharmaindustrie, zählt für alle Kultur- Interessierte, dass versucht wird, Geschichte zu bewahren.

Ja, wichtig ist: Dass Parks und Grünanlagen , ebenso wie alte Gebäude erlebbar bleiben; da sie doch die Geschichte nicht nur erzählen können, sondern erlebbar zum Anfassen machen. Und dies nicht nur für Schüler und Kinder allgemein.

Persönliches Fazit:

Manchmal ist es einfach schön, eine Ritterrüstung wie sie dort im Schlosse steht, nur anzuschauen-

und für einige Tage die eigene einengende Alltagsrüstung im gemütlichen Hotelzimmer gänzlich abzulegen und mal wieder für Momente ganz dekadent man selbst zu sein.

 

©VeRa

Foto Copyright  VeRa Sprachen Stübchen

Werbeanzeigen

Bonjour PARIS

Die kleinen Fluchten, sind oft die Besten! Warum nicht mal nach Frankreich?!

Ein Wochenende in Paris! Welch unbeschreibliche Stadt, günstig im Internet gebucht mit Hotelchen, das seinesgleichen sucht. Französischer Charme der Mitarbeiter, die sogar den Transfer zum entfernten Flughafen  und für nur 30 Euro alle drei Touristenbus touren  der Paris Open Tour (billiger und besser als im Internet) buchen.

Auch wenn der Hop-on- Hop-off Bus im Winter nur bis 18 Uhr fährt, schafft man alle drei Touren locker (rot, weiß und blau). Paris, überall ist hier so viel zu entdecken, so viel zu erfahren, zu lernen, zu sehen…welch tolle Metropole!

Natürlich bleiben auch die Obdachlosen im Pariser Norden nicht unübersehbar in ihren kleinen Zelten direkt an der Straße- auch nicht die armen Pariser, die nach Essensresten in den Müllcontainern suchen. Dennoch ist gerade Paris so multikulturell friedlich, wie selten eine Stadt in Europa. So sicher kann man nachts in keiner Metropole unterwegs sein. Wirklich immer noch eine Stadt der Künstler- aber sehr teuer. Ein Kaffee kostet 5 Euro!

Wer etwas erleben möchte, sollte die Montparnasse Gegend erkunden oder am Place de la Bastille umherlaufen oder am Place de la Republique. Die Gegend Gare du Nord ist voller Leben und in der Umgebung der Sacre Coeur gibt es mehr zu sehen…

Allerdings ist der Eiffelturm abgeriegelt und nur schwer zu erreichen, solch eine  Tour  dorthin und hinauf sollte man vorher buchen-  und im Gepäck ein Schlösschen packen, um es wie andere an einer der Brücken zu befestigen.

Die Seine ist immer noch wunderschön, gerade wenn die Sonne scheint, wunderbar zum Flanieren!

Gepflegt, kleine Cafes  und Bars, Museen und Musik- ganz Paris träumt von der Liebe… und lädt zum Verweilen ein.

Ja, das Moulin Rouge, in dem man nicht fotografieren darf, ist ein absolutes Highlight; allerdings ist ein Besuch auch nicht ganz billig. Andere Plätze wie die LIDO Show oder Sightseeing Cruise auf der Seine sind auch nicht zu verachten, etwas preiswerter dazu.

Aber einmal im Leben sollte jeder ins Moulin Rouge, wo tatsächlich spektakuläre Shows zu sehen sind. Solch einen Abend vergisst man nicht. ( Den Preis der Flasche Sekt für 90 Euro mitgebucht auch nicht!). Dafür sind die Tischnachbarn interkulturell interessant wie die Show und die Stimmung im Saal unglaublich motivierend. Momentan läuft eine interessante Show mit Künstler- Show- Einlagen der Superklasse ( Rollschuhe und Schlangentanz im Wasser), aber die Tanzshow der berühmten halbnackten Girls ist einfach zeitlos und wirklich anders  als alles, was man gesehen hat. Tolle Kostüme und eine wirklich unterhaltsame Show Feerie laden zu einem großartigen Abend ein.

Auf dem Heimweg selbst nach Mitternacht ist der Abend im Vergnügungsviertel um das Moulin Rouge noch lange nicht vorbei!

Jedes Quartier, jeder Platz in Paris erzählt Weltgeschichte und wer kann, sollte sich diese wundervolle Metropole nicht entgehen lassen! Wer Angst vorm Fliegen hat, kann in gut 8 Stunden mit dem Zug mitten drin ankommen und die französische Luft atmen.

Mit dem Auto ist es schon eine Strapaze und lohnt sich nur, wenn man viel Zeit hat.

Der Flug dagegen ist billig und schnell! Nur eine gute Stunde in der Luft, vielleicht etwas mehr und schon ist man da….- auch wenn man das Moulin Rouge auslässt, bleibt noch soooo viel zu sehen und zu erleben. Also warum warten?!

Salut! A bientot Paris!

Israel nur mal eben

Religion und was sonst noch zählt

 

Der besondere Rückblick einer besonderen Reise – für ein verlängertes Wochenende über ein Secret Escape Buchung gen Tel Aviv über Dubai.

Wirklich günstig und für zwei Personen ein echtes Schnäppchen mit 499,00 Euro für zwei Nächte mit Frühstück und Lufthansa-Flug von Freitag bis Sonntag !

Am Flughafen angekommen, kann es für Menschen mit mehreren  Vornamen  aus Deutschland eventuell schwierig sein.

Der Pass kann weggenommen werden und man steht dann nichts verstehend eine Stunden lang in einer Ecke; bis man endlich nach Fragen über Großeltern und Familienzusammenhängen  mit einem kleinen Visums-Zettel, der locker in den Pass gelegt wird, erleichtert durch die Passkontrolle gehen kann. Achtung: für die Ausreise erhält man auch einen, den man sicher lagern muss, ansonsten gibt es größere Probleme bei der Ausreise!

Doch dies ist sicherlich nicht immer für jeden Einreisenden mit deutschem Pass der Fall. Etwas beängstigend beim Anblick von Männern und Frauen in Uniform, bewaffnet und ernst drein blickend zu stehen, passiert sicher nicht jedem. Aber die Uniformierten sieht man noch öfter auch im Straßenbild- junge attraktive Frauen, die Waffen tragen, gehören zu Israel wie die Geschichte der Juden in alter und neuer Zeit.

die Ankunft in der Stadt entschädigt auf jeden Fall für jedweden Streß.

Das  mittelgroße Hotel Metropolitan liegt direkt am Meer und ist sehr ruhig, lockt nicht nur mit unglaublich riesigem Bufett, sondern auch mit Mitarbeitern, die  mehrsprachig und freundlich von billigen Großbussen nach Bethlehem und Jerusalem abraten.

Ein kleineres Taxi ist auf jeden Fall schön, weil man mit den maximal 6 Personen auch ins Gespräch kommt wie in einer Mini-Reisegruppe. Hier trifft sich die Welt!

Man  findet viele günstige Angebote in jedem Hotel über mögliche Ausflüge und sonstige wichtige oder interessante Möglichkeiten, wenn man einmal  hier angekommen ist.

Doch bevor man sich von Tel Aviv entfernt, ist diese bebende-musikalisch-sportliche und sicherste Stadt  für Weltenbummler großartig und muss unbedingt besucht werden: historische und futuristische Gebäude sind über die Stadt verteilt, große Parks und Erinnerungsmonumente lassen staunen, stillgelegte Großprojekte sind eigenwillige Kulissen und  rege Baustellen zeigen Extreme. Es gibt  Graffiti fast überall (besonders und farbenfroh mit Botschaften)  und  einen wunderschöner Strand mit Musik, alte und junge Sportaktive, Kinder und Menschen aus aller Welt, jeder Klasse und höchstwahrscheinlich auch jeder möglichen Religion.

Es herrscht ein reges und buntes Treiben, das die Augen verwundert betrachten. Die Stadt Jaffa lockt am Samstag mit großem Flohmarkt, Life-Musik und vielen Menschen, die auf hölzernen Barhockern Cocktails und Bier trinken.

Kaffee genießt man fast überall unter Heizsonnen auch draußen am Abend oder in urigen Kneipen, wo noch Schallplatten abgespielt werden und junge Leute diskutierend  und  sich umarmend treffen.

Schaufensterbummel sind einen Abendspaziergang wert, die ungesehene urige Mode zeigen.

Die Wellen versprechen Energie,  Kunstwerke im Sand spornen zu  Ah-Rufen an.

Geldwechseln kann man 24 Stunden lang an vielen Straßenecken per Automat ohne in ein Gebäude zu gehen, Geldautomaten hängen einfach an einer Hauswand befestigt.

So sicher und problemlos kann man nirgendwo auf der Welt Geld holen und wechseln! So sicher auch am Abend in der Stadt, kann man sich nirgendwo fühlen.

Der kleine Supermarkt verkauft die ganze Nacht, was immer man braucht. Die Preise sind günstig und erfreuen auch kleine Portemonnaies.

Der Schabbat von Freitag bis Samstag bringt im Hotel einen Fahrstuhl weniger für Menschen wie Touristen und Nichtjuden , bereichert das Bufett mit einer koscher Lebensmittelecke und führt dazu, dass viele freundlich aber ernsthaft aussehende Männer sich in Gruppen zusammen finden.

Besonders interessant ist der Fahrstuhl so oder so, da er nicht in der Reihenfolge von unten nach oben die Stockwerke angibt, sondern für uns durcheinander angereihte Zahlen für die Stockwerke bietet, die während der Fahrt mathematische Kenntnisse herausfordert und die Überlegung, welche Regel hier angewendet wurde.

Genau hinsehen ist angesagt!

Neben der Altstadt Jaffa nur einen kleinen Spaziergang entfernt am Strand entlang gibt es auch im neuen Teil der Stadt viel zu staunen:  Sehr breite Straßen, schöne Fußwege an Parks vorbei bis zum Museum oder einer der Galerien. Die Sommergalerie zeigt israelische Kunst und das Tel Aviv Museum of Art zeigt sich von außen schon großartig innovativ. Die Chelouche Galary ist ein echter Geheimtipp. Von außen ist die zuletzt genannte Galerie eher arabisch scheinend, auch der zeitgenössischen Kunst offen und modern.

Die Taxitagesfahrt nach Bethlehem und Jerusalem führt die Fahrgäste durch die Landschaft, die Lust auf einen längeren Aufenthalt macht. Gut 1 Stunde dauert die Fahrt und führt ohne große Komplikationen vorbei an Hügeln und grünen Wäldchen  zum ersten Stopp auf die Aussichtsplattform, die die goldene Kuppel im Hintergrund zeigt. Für einen Moment übernehmen Gefühle den Blickenden und es rollt  bei so manchem eine Träne beim Anblick dieser so sehr besonderen historischen Kuppel mit Klagemauer.

Die Berührung der Klagemauer ist wie ein tiefes Versprechen, Männer und Frauen getrennt.

Das Gemurmel, die Gebete, die Suchenden, die Zettel in Ritzen der Klagemauer vergisst man nie mehr.

Die Altstadt ist in  verschiedene Viertel gegliedert und von Krieg und Tod keine Spur. Friedlich scheinen hier die muslimische, jüdische, christliche und armenischen Bewohner, vielleicht, weil sie von einer Mauer umgeben sind.

Die Zitadelle ist wie alles, was man erblickt genauso wie überall auf Fotos abgedruckt und in Zeitungen oder dem Fernsehen, nur geht alles tiefer unter die Haut. Nirgendwo sonst ist Glauben, Lieben, Gemeinschaft und Beten und Geschichte und Heute und Gestern so tief in jedem Atemzug und jeder Stufe, jeder Wand und jedem Gebäude und im Betrachter. Nie kann man näher der gesamten Welt sein und Politik, sich selbst und der Menschheit wie hier.

Kein Wunder, denn hier sind alle Konfessionen zu finden, vielleicht ist Jerusalem deshalb auch so spürbar aufgeladen mit Energie?!

Es finden sich  ultra-orthodoxen nicht-zionistischen Juden und  orthodoxen zionistischen Juden,  Drusen, Sunniten, Schiiten, Aleviten,  Griechisch-Orthodoxe, Russisch-Orthodoxe, Georgisch-Orthodoxe, Syrisch-Orthodoxe, Griechische Katholiken, Altkatholiken, Römische Katholiken, Lutheraner, Anglikaner, Armenier und Äthiopier in dieser Stadt.

Eben unglaubliche Vielfalt, die demütig macht.

Nach einem wohltuenden Tee und kleinem Snack geht es weiter nach Bethlem.

Hier in Jerusalem spielt sich trotz emotionellem Gang zur Grabeskirche vorbei am arabischen Markt und in der Kapelle und dem unglaublich berührendem Sterbeort wenig Trauriges ab. Beginnt  doch hier für Christen mit der Auferstehung die Erlösung.

In der Tat reisen unendliche viele Menschen aus allen Ländern nach Jerusalem, um sich selbst,  ein Stück Stoff oder persönliches Accessoire auf einer ausgewiesenen Stelle mit Marmorplatte mit Gebeten murmelnd zu reiben und ihren Kopf darauf zu legen,  genau dort wo Jesus gelegt wurde, nachdem man ihn vom Kreuze nahm.

So  unendlich viel Kraft und Schönheit ist im Raum der Gebete. Ehrfurchtsvoll betritt und verlässt man diesen Platz. Hier und nur hier erhält das Wort „ heilig“ selbst für Religionsfremde eine ungeheure Dimension.

Vom Sterben, Nachdenken über jüdisches Schicksal und Schindlers Liste  und der großen Frage aller Fragen nach Gott und wer wir Menschen sind, geht es in kurzer Fahrt weiter nach Bethlem.

Der Geburtsort im palästinensischen Landesteil führt vorbei an einem Wachturm und hohen Mauer. Friedlich und ohne Zwischenfall erreicht man die Geburtskirche und steht andächtig wie alle anderen Besucher vor dem Altar über dem Stern der Geburtsgrotte.

Man sieht auch die wunderschöne Omar-Moschee am Platz draußen nach dem Verlassen.

Die Rückfahrt nach Tel Aviv merkt man kaum, so angefüllt und voller Gedanke ist man überrascht wie schnell eine Stunde vergehen kann.

Wer nach Israel reist, sollte unbedingt  viel Zeit einplanen. Kein Land bietet so viel!

Tel Aviv ist eine so wunderschöne, lebendige und sichere Stadt, die dazu verführt, doch noch einmal wieder zu kommen und sich dann in das Nachtleben der Stadt zu werfen oder mehr von Israel zu erleben.

Zum Weiterlesen hier zwei Webadressen

 

http://israel.ammkla.de/html/body_orte_jesu_9.html

http://www.land-der-bibel.de/bethlehem/bethlehem.htm

@VeRA

Fuerteventura oder am Ende der Welt

Fuerteventura oder am Ende der Welt dem Winter entkommen

Egal, wohin man der Kälte entkommen möchte, die Kanaren sind ein relativ schnell zu erreichendes Ziel. Gute 5 Stunden mit Boarding und Flug, schafft man es von Hannover dorthin – billig gebucht.

Doch welche Überraschung: vor der Landung schon breitet sich eine hügelige Welt vor dem Fenster im Flugzeug aus, die ihres gleichen sucht. Brauntöne wohin das Auge schaut und gefaltete Krustenoberflächen wie aus einer anderen Welt.

Nur gute 100 km von der marokkanischen Küste entfernt, empfängt diese kanarische Insel mit einem ziemlich großen neuen Flughafen die Reisenden sehr professionell.

Verschiedene Abholer stehen mit Schildchen am Ausgang, Reisegruppen pilgern zu verschieden bekannten Reiseführerbussen, Eingeweihte kaufen billig noch schnell Zigaretten, Alkohol und Parfüm ein und ein paar Einheimische werden liebevoll empfangen. Doch wer jetzt Spanisch zu hören erwartet wird enttäuscht!

Deutsch, Englisch, Russisch und nordische Sprachen ertönen;  und es bleibt unschwer zu erkennen, dass die Insel wohl offensichtlich vom Tourismus lebt.

Und  bei der knapp einstündigen Fahrt kommt einem in den Sinn, dass es hier wohl auch nicht viel mehr gibt als Urlaub am Strand.

Keine Bäume, keine Tiere, keine Geräusche, nur grenzenlose Weite mit Bergen und Hügeln braun- in –braun –  für manch einen eher deprimierend.

Jede Hotelanlage bietet dagegen aber eine verträumte Palmen-Beach-Pool- Umgebung an, gern auch all inklusiv, die für Augenblicke den Alltag und die eigentliche Umgebung vergessen lässt.

Auf jeden Fall sollte man sich ein Auto zu mieten für 40 Euro schafft man die ganze Insel. Besonders schön ist die kleine Stadt Antigua, denn hier gibt es nicht nur eine nette Apotheke, die hilfsbereit und ist, sondern es lockt gleich daneben eine kleine Bäckerei mit frischen Kaffee und begrenztem aber leckerem einheimischen Kuchen und Keksen. Auch das besondere Biotop des Garten- Oasis- Tierpark lockt für gelangweilte Inselbesucher mit einem nicht ganz billigen Ritt auf dem Kamel. Der Eintritt selbst in dieses Grün-In-Grün-Paradies ist allerdings nicht billig. Man wird gut und gern 90 Euro los, wenn man alle angebotenen Plätze besuchen möchte. Von Delphin-Show, Affengehege, Park und Eintritt ausgehend, ist das ziemlich teuer, aber ein kleiner Bereich mit Brücke und Wasserfall ist kostenlos zu besuchen ebenso das Gartencenter.

Aber außerordentlich reizvoll und kostenlos sind die  Naturdünen  bei Corralejo, wie die Sahara unglaublich grenzenlos, direkt am Meer in der Nähe des Hafens gelegen.  Eine unglaubliche  Weite mit gelbem Sand, so etwas Naturgewaltiges plötzlich aus dem Nichts auftauchend im Auto,  ist wirklich außergewöhnlich schön und nicht nur eine tolle Fotokulisse.

Der Hafen Puerto de Rosario und die dortigen Häuserfluchten laden zum Spazieren und Essen ein.  Die Aida und andere Kreuzfahrtschiffe liegen dort vor Anker. Es sind folglich viele Touristen unterwegs.

Wer die Stille sucht,  kann durch den großen Nationalpark Parque National Jandia wandern, der kein Park sondern raue braun-schwarze Felsen  vor einem auftauchend bietet. Wer sportlich ist, kann ich hier auch joggen bis die Welt untergeht- oder die Sonne…

Alles in Allem heißt es, sich für die windigen Tage im Januar und Februar warme Jacken mitzunehmen;  und sich ab und zu einfach mal zu Fuß zu bewegen am Strand entlang, der Wind bläst hart und unerbittlich im Winter und wohl auch im Sommer, so sagen die Einheimischen.

Die Region Jandia bietet einen guten Standort für die Beobachtung des Sonnenaufgangs und lange Spaziergänge am wilden Atlantik über Steine, vorbei an kleinen Höhlen;  von Esquinzo bis Morro Jable  ist dies ein toller Ausflug.

Wer Vegetation auf der Insel erwartet, wird enttäuscht. Aber es gibt Versuche von Aloa Vera Plantagen und  man erfährt viel über die Herstellung von herrlich-leckerem Ziegenkäse.

Diese älteste Insel der Kanaren soll vor gut 20 Millionen Jahren entstanden sein, aus einem Vulkanausstoß geboren. Das Gefühl auf solch einer alten Insel zu wandern provoziert auch Gänsehaut  ohne Wind.

Doch die Insel hinterlässt auch Leere, wie man sie außen sieht.

Nichts für leicht depressive Menschen. Es ist eine raue Insel. Die Bewohner treffen sich offensichtlich eher im Supermarkt als im Restaurant oder in ihren viereckigen auf braun-schwarzem Sand gebauten Flachdachhäusern, die wie Punkte in die Landschaft gestellt wirken. Außer LKW, Bussen, Taxis und PKWs sieht man kaum Menschen außer Touristen unterwegs.

Wer einheimische Küche sucht, wird enttäuscht. Dafür gibt es viele auf Touristen eingestellte Restaurants und Cafés.

Einheimische verdienen im Durchschnitt 1200 Euro, die Hotelanlagen gehören meist spanischen Festlandangehörigen und große Supermärkte verkaufen billig Eurowaren. Die Mieten sind durch den Tourismus sehr hoch  und Mietwohnungen rar für Einheimische und das Leben hart und voller Verzicht. Das Leben für die Menschen auf der Insel ist das Gegenteil zu dem, was Touristen im Land erleben: viel essen, trinken, billig wohnen und genießen.

Doch es gibt auch Angenehmes.

An der Küste trifft man auf  Streifenhörnchen, die einem zahm und fast zärtlich aus der Hand fressen. Flink und lustig wohnen sie in Felsen und gar Beton der Straßen: eben dort, wo sie auf Menschen treffen, die sie mit Nüssen füttern.

Hunde gibt es selten, Katzen eher dort, wo Hotels angesiedelt wurden. Geckos und Fliegen gibt es kaum sichtbar im Winter.

Am Meer sieht man alte Raben, Krähen, Möwen und ab und zu vielleicht mit gutem Auge im Wasser auch Wale.

Übrigens müssen Schüler, die weiterführende Schulen besuchen wollen, die Insel verlassen- nicht nur Urlauber also.

Tröstlich blickt man zum Abschied auf große uralte Kakteen, schöne Blumen und Pflanzen, Palmen und Meer  und das Hotel- und weiß spätestens beim Abflug: Fuerteventura bietet ein schöne Erholung, aber ein zweites Mal braucht man es nicht.

Fuerteventura,  eher eine Rentner- Insel für viele Deutsche, lohnt keinen zweiten Besuch, wenn man kulturell interessiert ist und einige Reisen getätigt hat. Dennoch trifft man hier und da auf Auswanderer, die Deutschland den Rücken gekehrt haben und dort leben.

Madeira ist sozusagen das Gegenteil : die sogenannte Blumeninsel- nur dort kann man nicht am Meer entlang gehen. Wer auf Madeira das Meer sucht, kann es nur anschauen oder bei einigen Hotels ein kleines Stück davon genießen.

Dagegen ist Madeira eine Reise wert, wenn man einen Zwischenstopp auf Reisen einlegen möchte. Dort gibt es hohe Felsen und Tunnel, die atemberaubende Landschaften freilegen.  Blumen und Artenreiche Insel lockt wirklich mit Allem, was man sich erhoffen könnte.

Im Innern der Insel  Madeira oder hoch auf den Hügeln gibt es tatsächlich Orte, wo kaum Touristen zu finden sind und eine ausgezeichnete Küche,gar nicht teuer , mit gutem Fisch und frischen Kräutern angeboten wird.  Wenn man denn mutig allein dort losmarschiert.

Doch die Welt ist zu groß, um sich lange mit den Kanaren aufzuhalten.  Die nächste Reise ist schon geplant!

Viel Spaß und bis  bald!

@ VeRa

Erinnerungen an den Sommer KUBA

Die lange Flugzeit von Hamburg nach Kuba bis zum Flughafen Jose Marti Habana lohnt sich!

Warm erdrückend und „mückend“- so viele Mückenstiche wie nie zuvor kaum angekommen zur Begrüßung, damit sollte man in der Regenzeit rechnen.

Doch die frische Meerluft nach der über dreistündigen Busfahrt  in Varadero angekommen, entschädigt immer.

Frische Ananas und Pina Colada zur Begrüßung und ein Traum von Strand im Halbdunkel erkennbar, wunderbar erfrischend und leise rauschend, macht trotz langer Reise Lust auf frühes Aufstehen.

Gleich am frühen Morgen muss man den kilometerlangen Sandstrand bewandern. Ein Traum wird wahr! Wären etwas später nicht vereinzelt Touristen aus aller Welt zu sehen, könnte dies der perfekte Ort für eine lang geplante Auswanderung sein.

Wunderbar lässt es sich träumen im Royalton Hicacos, wo Luxus pur herrscht. Die Fantasie und Auszeit kann nun ihren Lauf nehmen, mit Lunch im Seafood Restaurant oder einem Dinner bei Jazz Musik. Arbeit und Stress will man hier willig ablegen, sich befreien für kurze Zeit.

Ja, so lässt es sich aushalten, doch einmal auf Kuba, gilt es auch die Insel selbst zu entdecken. Es gibt so viel zu sehen!

Zuerst den roten Touristenbus besteigen. Die ist eine günstige Gelegenheit auch für Einheimische (die kostenlos mitfahren) man kann hier und da aus -und wieder einsteigen, kleine Einkaufszentren erkunden und den kleinen Hafen sowie die völlig überlaufene Stadt Varadero (Sommer ist auch Ferienzeit auch für die Kubaner. Sie lockt  mit Holzhäusern, engen sandigen Straßen und den Blick auf Armut neben Touristenshoppingecken. Sie zeigt großartige Architektur, aber vor allem landestypische Oldtimer und Menschen im Alltag.

Mit der Nauta Karte für 1 Stunde W-LAN aufgeladen, von hier aus Grüße verschicken und im Shopping Center  „Plaza America“ wandern und im draußen die wunderschöne Golfclubanlage beim Warten auf den Bus bewundern.

Weiter geht’s.

Das „Hicacos Centre „ist klein, dafür direkt am Meer und lockt die Einheimischen und hier verirrten Touristen in den Schatten bei Eiscreme und Softdrinks . Eine einzige Bank wird von einer müden Familie belagert. Sie dösen in der Mittagshitze und warten auf das Bad bei Nachmittagssonne. Nur Touristen gehen um diese Uhrzeit spazieren oder ans Meer!

Auf dem Korridor schnell eines der ersten Fotos mit Che gemacht, der jedem Vorbeigehenden wie fast überall auf Kuba anlächelt.

Zu kaufen gibt es außer Rum hier nichts, was man gebrauchen wollte oder könnte, aber ein paar Postkarten müssen es doch sein. So oft kommt man schließlich nicht in diese Region, die nur zwei Stunden von Kanada entfernt liegt. Selbst Weltreisende verirren sich selten hier, wie generell auf mittelgroßen Inseln. Kuba ist auch zu teuer für viele, die länger auf Reisen gehen.

Alle Taxis sind in staatlicher Hand, doch wer Spanisch spricht, ist im Vorteil- durch die zwei Währungen ist für Touristen alles sehr teuer auf Kuba und wer handeln kann, spart.

Es gibt eine Währung für die Einheimischen und eine für die Touristen. Dies lässt sich ebenso umgehen wie staatlich geführte Kiosks oder Stände. Dort arbeiten anders als anderswo angestellte Kubaner, ein Handeln ist hier nicht möglich.

Sehr selten trifft man überhaupt auf Eigentümer,  außer bei den vorbei fahrenden Oltimeranbietern. Die sind dann auch gefordert alles selbst zu tragen: zum Beispiel Reparaturen. Sie müssen auch höhere Steuern fürchten. Staatliche Taxis sind immer gut ausgestattet und sicher. Die Fahrer sind wie in Deutschland gewohnt, das Taxameter einzuschalten.

Der Überlandbus kostet viel weniger, dauert aber leider auch viel länger. Bei nur 14 Tagen muss man sich anstrengen, möglichst viel zu sehen und sollte keine Zeit verlieren.

Matanzas

Das sogenannte Athen Kubas gilt als der Geburtsort der kubanischen Tänze und auch hier trifft man auf das Wandgemälde von Che Guevara in Übergröße.

Hier erlebt man sehr saubere Straßen, wundervolle Brücken, den Freiheitspark mit Museum, und das von einem Deutschen gebaute Aquädukt.

Allerdings trügt die Schönheit, denn ein großes Kraftwerk befindet sich auch hier, und Ölbohrungen sind auf der Hin und Rückfahrt sichtbar.

Dieser Ort wird hauptsächlich von solchen Kubaner bewohnt, die es sich leisten können. Das sind die, die Touristenwährung verdienen und die sich die ab ca. 65 000 Dollar teuren Häuser überhaupt leisten können.

Das absolute Highlight ist die Tropfsteinhöhle (Bellamar) mit ihren dunklen geheimnisvollen Gängen, glasklarem grünlichen kalten Wasser im Innern und bizarren Formationen der Natur.

 

Castello San Severino

Die ehemals sehr große Festungsanlage am Meer lässt die Kraft und Macht, die auf Kuba herrschte. erahnen und eben auch die Zeit der Sklaven und ihre leidvollen Wege. Eine kleine Erinnerungsausstellung im Innern erinnert daran.

Die im 16. Jahrhundert bestimmt von eben solchen Sklaven erbaute Anlage ist ein wichtiger Gedenkort auf Kuba und ähnelt Kunta Kinteh Island bei Gambia auf dem afrikanischen Kontinent. Der grausam erzwungene Weg der Sklaven wird beiderorts nicht vergessen.

Cardenas

 

Auf dem Weg zu Cardenas sollte man den Friedhof besuchen, der zwischen Matanzas und Cardenas liegt. Er ist nicht so imposant wie der Friedhof Christobal Colon, dafür ist man in der Regel allein dort und hat Zeit, den wunderbaren Eingang als auch die kleine Kapelle und die sogenannte „ Wohngräber“ anzusehen; wie man sie auf Sizilien findet, dort ganz in weißem Marmor gehalten, hier aus Kalkstein und Marmor gebaut.

Wer Friedhöfe als kulturelles Erbe sieht, kommt hier auf seine Kosten.

Die Hafenstadt Cardenas war einst der Ausgangsort der größten gewaltlosen Proteste gegen Fidel Castro. Es waren Proteste der armen Frauen, die lärmend auf Kochtöpfen klopfend durch die Stadt liefen( ca. 1962).

Die Armut war seinerzeit erträglich und ist heute insofern abgeschafft, da jeder über Essensmarken versorgt wird und auch Unterstützung für die Unterkunft und Transport erhält. „ Es geht uns nicht schlecht und wir sind ein glückliches Volk und haben eine so sichere Insel!“, wird man von Einheimischen erfahren, wenn man sie fragt. Die Menschen sind zufrieden und Klagen hört man nirgendwo.

In der Kathedrale von Cardenas kann man seine Gedanken sortieren, den Schatten genießen und wenn man Glück hat auch ein Schwätzchen mit älteren Kubanern halten, die von Besuchern aus der ehemaligen DDR erzählen.

Der Ort wirkt ruhig und gelassen ohne Hektik.

Die bunten Häuser täuschen insgesamt aber nicht darüber hinweg, die zwischen staubigen Straßen liegen, dass immer noch viel zu tun bleibt. Auch wenn vielerorts versucht wird, zu modernisieren und neue Wohneinheiten auf dem Weg zu sehen sind.

Gleichzeitig fühlt man die starke Verbundenheit gerade hier, die die Kubaner mit ihrer Stadt und ihrer Insel haben:  Grüppchen von Frauen pausieren lachend und scherzend an der Straßenecke, Männer sitzen auf bunten Plastikstühlen und rauchen. Sie trinken Bier und scheinen sich in ihre Gespräche ernst zu vertiefen und ihre Außenwelt gar nicht wahrzunehmen.

Ruhe und eine seltsame Tiefe erfährt der Betrachter, wenn er sich einlassen kann auf das, was er sieht-  und nicht versucht, dies in ein Foto zu pressen.

 

Fischerdorf Coji Mar in der Nähe von Havanna

 

Eine wunderschöne Uferpromenade breitet sich aus und Ruhe, die einst Hemingway zum Schreiben nutzte- es  lässt dieses Fischerdorf einzig sein, mit seinen bunten Häusern am Fluss, der Brücke und dem Blick auf kleine Fischerboote im Wasser.

Kuba hat Hemingway mit einer Bronzestatue ein Ehrenmal genau hier gesetzt, wo er wohl seinen „ Fischer und das Meer“ ansiedelte. Die Münzen, die Kuba ihm zu Ehren prägte, sucht man aber vergebens.

Dieser Ort lockt jährlich Touristen, so dass der frühe Morgen die beste Zeit ist, ein wenig der einstigen Luft zu einzuatmen, die große Männer wie Hemingway und Fidel Castro genau hier ebenso einsogen.

Havanna

 

Vom Fischerdorf ist es nicht mehr weit bis Havanna. Vorbei an Königspalmen und Faßpalmen, Zedern und blauem Palisander, feuerrotem Bougainvillea führt der Weg über die nun schon volle Straße gen Hauptstadt.

Über Havanna gibt es so viel zu lesen. Aber nur wenige Menschen beachten bei dem Durchwandern der Stadt die kleine Wandfigur, die an den römischen Mund erinnert, in den man seine Hand stecken soll. Hier in Havanna ist es tatsächlich ein Briefkasten, fast unbeachtet von den meisten Touristen; ebenso auch die ehemaligen Kanonen, die als Abgrenzung und Dekor aufgestellt sind, an die viele Touristen gleichgültig vorbei gehen.

Die Stadt ist auf Sanierungskurs: hier und da finden sich Absperrungen und verhüllte Gebäude, viele Baustellen.

Die typischen Pferdewagen sieht man hier nicht, aber einen XXL- Koloss von Kreuzfahrtschiff, das aussieht, als würde es gleich die Altstadt durchqueren. Bei aller Kritik ein besonderer Anblick des heutigen Tourismus, der vor gar nichts zurückschreckt. Fast gespenstisch wirkt der Liner so mitten am Rande der Altstadt angelegt.

Havanna ist vollgestopft mit Touristen und es ist gut einen Ortskundigen dabei zu haben, der die wahren kleinen Oasen ansteuert, die kaum beachtet werden.

So findet man sich wie nebenbei auf einem kleinen Marktplatz wieder, der wie der Plaza Catedral irgendwie dann aber keine Fotokulisse für ein Selfie mehr ist, sondern ermutigt,  in Eingänge daneben zu schauen, in den die Bewohner Tische und Stühle, Pflanzenkübel und Fahrräder aufgestellt haben. Es spielen Kinder im Hinterhof und emsig schiebt sich schließlich, die Touristen missachtend, eine Schülergruppe durch die Gassen nebenan.

Weißgekalkte Gebäude, flache blau gelbe Rundfenstergebäude, Hochhäuser und Parlamentsgebäude, Statue, Cayo Hueso, Plaza de la Revolucion, Plaza Vieja, Jesus Maria, Prado, Kirchen, Monumente, Plätze und Restaurant: und überall Touristen, dabei  kaum Schatten.

Bars und Supermärkte locken, doch es gibt nur einige Bankautomaten, vor denen sich demzufolge Schlangen bilden. Viele Kubaner besitzen inzwischen eine Bankkarte, aber es gibt nicht genügend Geldautomaten.

Die sogenannte schmalen Fußwege sind eine Herausforderung, vorsichtig steigt man hoch und runter, weil der Bordstein höher als gewöhnlich ist.

Doch die Zeit reicht einfach nicht, es gibt so viel zu sehen- und es ist zu heiß. Der Versuch im schattigen Hemingway Cafe einen Platz zu finden scheitert, aber die Musik der Gruppe mit kubanischem Rhythmus im Innern entschädigt für diesen Misserfolg.

Im Hafen versuchen Künstler ihre Bilder zu verkaufen, genau wie die Buchhändler an einem Stand. Alles wird zu Geld gemacht, wenn es geht, auch wunderschöne alte Vasen, Messer, Glas und Nippes von einst.

Eine eindrucksvolle Hauptstadt dieses Havanna, aber der Geruch der Abgase und die Hitze lassen die Übermüdung dort verstärkt zuschlagen.

Weiter geht die Fahrt, hinaus aus der Stadt um endlich unter Kubanern zu essen und zu trinken.

Ein guter Fahrer erlöst jeden Tourist nach Besuch in Havanna  mit seinem Tipp hoch über der Festung der Stadt in den Anhöhen, wo einst Generäle wohnten, zu speisen.

Die kleinen wenigen viereckigen Häuser, jedes anders, mit Palmen und kleinen Gärten strahlen bei der Ankunft so viel Ruhe und Frischluft aus, dass nach vielen Windungen des Straßenverlaufs, die Neugierde und der Hunger jeden auch zu Fuß hier oben vorantreibt.

Die ökonomische Situation lässt Ideen reifen, wie hier die, den privaten Garten mit Stühlen und Tischen zum Restaurant umfunktionieren!  Nur wenige Gäste sitzen im schattigen kleinen Garten, dessen Hausbewohner mit verblassten Fotos der berühmten Shakira werben, die einst genau hier zum Essen kam. Fast ganz privat und ein wenig stolz sitzt man in einer ruhigen Ecke und genießt das besondere Ambiente.

Frisch gebratene Hühner, frischer Salat und frisches Brot mit den landestypischen Bohnen und Reis sind fast zu viel für den Platz auf dem Tisch – und Magen- und auch mehr als der Preis je erwarten ließ.

Familiär wie hier mit der Familie des Hauses zu essen, sollten sich Kubareisende nicht entgehen lassen. An diesen Ort verirren sich nur reichere Kubaner, keine Touristen. Dankbar füllt sich der Bauch mit leckerem Essen bei netter Musik. Sogar der Kaffee wird freundlich in kleinen mit Blümchen bemalten Tassen serviert. Auch das Trinkgeld für die Band gibt man gern.

Privilegiert kann man schließlich über den mit Fliesen ausgelegten Flur die alten Möbel betrachtend hinausgehen; und nach einem lächelnd zugeworfenen „Gracias y mucha suerte!“ diesen besonderen Ort mehr als satt und glücklich verlassen.

Diese Art Restaurants haben keine Namen, die sich in Reiseführern finden, es sind geheime Adressen der Kubaner, die hier mit ihrer Familie an besonderen Tagen feiern.

Wer will kann außerdem  noch eine Tagesfahrt im Oldtimer planen oder bis Santiago de Cuba und Mangroven fahren.

Unbedingter Stopp sollte aber für jeden die Aussichtsplattform de Bacanayagua sein, von der aus man, nach Überquerung der 300m langen und 112m hohen Brücke, einen wundervollen Blick über das Tal Yumuri genießen kann. Hier kreisen die Adler ähnlichen Vögel, laut und schreiend wie man es nirgendwo auf der Welt erlebt. In der Ferne sieht man die Bergrücken und blickt von oben in ein übergrünes Meer aus Königspalmen. Dieser höchste Punkt bietet in alle Richtungen einen atemberaubenden Blick.

Wie im Vinales Tal und Valley mit all seiner Schönheit, beeindruckt immer wieder die großartig belassene Urnatur. Es gibt unzählige Vogelarten auf Kuba, der Kolibri gehört ebenso dazu wie der farbenprächtige Tocororo, der zum Nationalvogel ernannt wurde.

Leguane, Geckos, Schlangen und Krokodile und Flamingos, selbst Delphine finden sich auf dieser so wunderbar grünen Insel der Karibik. Ein wirkliches Naturparadies, da die Politik dafür sorgt, Naturschutz an erste Stelle zu stellen.

Was sich bis zu den Hotelanlagen zeigt, die nicht nur mit viel Grün angelegt sind, sondern auch den Küstenschutz berücksichtigen und die Fauna beschützend einschließen. Das sorgt dafür, dass man, egal wo, von Vogelstimmen geweckt wird und ab und zu selbst an Pools auf Leguane trifft sowie Besuch von verschiedenen Vogelarten und Käfern auf der Terrasse oder dem Balkon bekommt. Überhaupt scheint alles im ökologischen Gleichgewicht zu sein, außer in Havanna selbst.

Fazit

14 Tage sind viel zu wenig für diese so großartige, historisch interessante, weltbekannte, voller Schönheit daliegende Insel Kuba!

!Hasta luego!

 

@VeRa

 

Website aus dem Internet für weitere Infos

http://www.kubakunde.de/videos/vogel-kubas-1110

Süditalien wie Südspanien?

Gemeinsam  haben beide Länder, dieselbe Ur-Mutter für ihre Sprachen,  nämlich das Latein. Als „Romanische Sprachen“ gehören Italienisch und Spanisch zur Gruppe der Indogermanischen Sprachen zu denen auch Französisch, Portugiesisch, Katalanisch und Rumänisch gehören.

Hier ein Beispiel  am Wort  Schlüssel:  llave, chiave, clau, cle, chjavi, cheie.

Natürlich gibt es Unterschiede in der Schreibweise und Aussprache, aber wer eine Sprache gelernt hat, findet sich schneller in einer der verwandten Sprachen zurecht und entdeckt eine ähnliche Grammatikregel oder einen ähnlichen Wortklang.

Aber es zählt beim Spracherwerb auch die Motivation.

Das beweisen alle mehrsprachig aufgewachsenen Kinder und Regionen an Grenzen, wo Bewohner die Sprache des Nachbarn wie selbstverständlich sprechen.

Die Sprachen, als Schlüssel zu einer neuen Welt, spiegeln immer auch die jeweilige Kultur, wenn sie sterben, stirbt auch immer  eine Kultur. Jede Sprache, jede Kultur ist es wert, geachtet und bewahrt zu werden. So werfen wir heute einen Blick auf  Sevilla in Andalusien, das symbolisch für Geschichte, Wandlung und nicht nur die Andalusier Pferde oder  Nähe zu Gibraltar steht.

Südspanien ist ähnlich wie Süditalien eine Reise wert, das weiß jeder der es eben bis Sevilla geschafft hat. Die dortige Sprachvariante des Spanischen erinnert übrigens sehr an das heutige Sizilianisch.

Sevilla

Diese wunderschöne andalusische Stadt mit ihrem hoch aufragenden Kirchturm dem Giraldaturm, bietet neben der Kathedrale, dem Alcazar Palast, dem Archivo de Indias und dem Plaza de Espana den wohl  aufregendstem Ort Spaniens, gleich nach Barcelona.

Die Fotos vor dem großen Brunnen auf dem großen Platz im Zentrum sind ein Muss für alle Reisende, doch nur wenige  wissen viel über die im Halbkreis angeordneten Rundbogengang,  oder ehren die davor  liegenden Platten mit Keramik und Verzierung.

Der Platz zeigt auf eindrucksvoller Art Kunst, durch die großartigen Verstrebungen, gedreht, besetzt mit blauer Keramik,  einzigartig im Sonnenlicht leuchtend dieses Geländer sowie  die künstlerisch wertvolle Darstellungen unter dem Rundbogengang.

Diese  einst geschaffenen Darstellungen ergänzen mit vier Brücken und dem drum herum verlaufenden Kanal  die vier ehemaligen Königreiche Spaniens und zeigen die 48 Provinzen Spaniens mit Karten, historischen Ereignissen und Wappen jeder Stadt.

Es zeigt auf besondere Weise die Geschichte Spaniens! Doch oft unbekannt ist, dass unter diesen Rundbögen zwei Filme gedreht wurden, nämlich der Krieg der Galaxien und Lawrence von Arabien.

Gleich gegenüber ist der wunderschöne Parque de Maria Luisa mit einem Museum und in der Nähe auch die Universität von Sevilla. Es lohnt sich die touristischen Plätze zu verlassen und in nördliche Richtung  als auch weiter südlich über eine der Brücken Richtung Parque de los Principes zu gehen. Dann  sieht man geschichtsträchtige Wohnhäuser mit urigen Holztüren und prachtvollen  Vorgärten, Villen und typisch spanische Häuser mit arabischen Verzierungen an Dächern  und Vorbauten. Sevilla lohnt sich durchaus für einen Aufenthalt mit Übernachtung.

Der arabische Einfluss ist unübersehbar, die Mauren haben die Architektur geprägt. Noch bis ins 17. Jahrhundert war Sevilla eine mächtige Handelsstadt und viele Paläste und Herrenhäuser sind Zeitzeugen, die erhalten sind.

Flamenco auf den Straßen und Zigeunerinnen, die einem die Hand wegreißen für einen Blick in die Zukunft gehören wie Massen an Touristen im Sommer ebenso zum Bild wie mittendrin stattfindende Hochzeiten.

Wer sich für Land und Leute interessiert, sollte über Cádiz anreisen und in einem kleinen Ort übernachten, von hier aus lassen sich mit dem Bus oder Mietwagen die Südküste und auch Sevilla gut erreichen.

El Puerto de Santa Maria ist mit seiner etwas ruhigeren Lage im Frühling oder Herbst wunderschön; der Fluss, der Plaza,  der Hafen und Park bieten eine wunderschöne entspannende Zeit. Es gibt so viel zu erkunden, so die sogenannten Sherry Bodegas, Kellergewölbe aus dem natürlichen Felsen.

Viele spanische Großstädter verbringen hier ihren Sommerurlaub, so dass man sein Spanisch wirklich anwenden kann, wenn man möchte, auch wenn die Mundart der Einheimischen etwas befremdet klingen mag. “ Das kommt mir Spanisch vor!“, mag da so mancher denken.

Der beste Tipp für eine Übernachtung liegt allerdings weder in Cádiz noch El Puerto, sondern bei Jerez, mit kleinem Flughafen für Billigflieger erreichbar,  in Chiclana de Frontera: das  Ibero Andalucia Pl. Novo Sancti Petri,  gilt mit seinen fünf Sternen als Luxushotel an der Küste, ist aber außerhalb der Saison so wunderbar am Meer gelegen nicht nur günstig, sonder absolut ruhig.

Viele Golfer steigen hier ab, doch außerhalb der guten Spielsaison bleiben auch sie fern.

Januar ist eine super Reisezeit für dieses Hotel;  am Natur geschützten Ufer zum Strand, lässt sich bei einem Spaziergang mit Blick aufs Meer auch ohne Sonnenbad, Natur pur genießen.

Der kleine Ort Chiclana de Frontera ist wie leer gefegt im Winter und lockt daher mit seinem Cafe in der Mitte des Ortes mit frischem Kuchen und leckerem Kaffee, bei dem man zwar befremdete Blicke der Einwohner aushalten muss, aber echte lokale Spezialitäten naschen kann.  Direkt vor dem Hotel fährt ein Bus, der für wenig Geld ins Stadtzentrum fährt.

Wer normales Leben sucht, ist hier bestens untergebracht, außerhalb der Saison gehört der Ort den Menschen, die dort leben; damit sitzt man auch im Restaurant, dem einzigen das vielleicht geöffnet hat, neben Nicht- Touristen.

Hasta luego!

Birmingham Fortsetzung Bourneville und Stirchley- Balti gefällig?

Viele kennen den französisch klingen Stadtteil Bourneville von Birmingham durch die inzwischen fast überall erhältliche Schokolade der Cadbury Fabrik. Doch nur wenige wissen, wie dieser traumhafte Stadtteil im Süden Birminghams aussieht. Tudorhäuser, alte Kirchen und verträumte Alleen sowie Parks zeichnen diesen Teil Birminghams aus. Einst sagte man, dass dies der schönste Teil Birminghams sei. Eingeweihte wissen, er ist es geblieben-  und demzufolge kosten Häuser dort auch mal locker 1 Millionen Pfund.

Die Firmengründer Cadburys gaben Bournville den Namen des Flusses Bourn und fügten das französische Wort für Stadt hinzu. Die Liebe zu Frankreich ist bis heute bei den Engländern unbestritten.

1893 kaufte George Cadbury viel Land und baute seine Modellstadt mit ungefähr 300 Häusern auf. Sie hatten große Gärten und sind heute noch bewohnt von Familienmitgliedern ehemaliger Cadbury Fabrikmitarbeitern.

Die Idee dieser Firmeninhaber war ähnlich wie die Olivettis in Ivrea Italien:  Unternehmensmitglieder sollten sich als großer Teil der Familie fühlen: sie sollten zusammen schwimmen, sportliche Events feiern, einen eigenen medizinischen Versorgungsstandard und besondere Rente erhalten. Man wohnte, lebte und arbeitete zusammen.

Aber auch Kultur sollte nicht fehlen, so entstand ein Museum und bis heute ein Zusammenhalt der seines Gleichen sucht. Auch wenn statt Tausende nur noch Hunderte dort arbeiten, verbindet doch jeden Cadbury – Mitarbeiter bis heute ein unsichtbares Band, das sich nicht durchtrennen lässt.

Die dunkle Schokolade schmeckt  Groß und Klein und hat sich als UK Marke auch international durchgesetzt.

Für Kinder gibt es Großevents in der Fabrik und für Erwachsene ein süßes Erlebnis der Geschichte.

“On Bournville village green, just a short walk from Cadbury World, are two of Birmingham’s oldest buildings. Selly Manor and Minworth Greaves are timber framed buildings that are over 700 years old, and were moved into Bournville from their original sites by George Cadbury. There are events all year, children’s workshops, exhibitions, a lovely Tudor garden, games to play and armour to try on. For Cadbury World visitors, you get a 20% off their admission price. All you have to do is show your tickets to a member of museum staff to get this discount.

Bournville Green  REST HOUSE is about 60 meters away from the Selly Manor and Minworth Greaves houses . There is an inscription inside the Rest House reads: „This Rest House was erected to commemorate the Silver Wedding of Mr & Mrs George Cadbury by the employees of Cadbury Brothers Ltd at Bournville and in all parts of the world. A lasting memorial of esteem and affection as an expression of gratitude for the unceasing interest in their welfare and in admiration of manifold services to the world at large. „It is based on the design of the medieval yarn market in Dunster, and this 1914 building lies in the centre of Bournville Village Green and is now home to the Carillon Visitor Centre.

THE BOURNVILLE CARILLON is just 50 meters from  the the Rest House. George Cadbury commissioned this unique musical instrument to be built into the large clock tower of the Bournville Junior school. Now owned and administered by the Bournville Village Trust, this 48-belled Carillon is operated on a keyboard known as a clavier. “ ( Quelle  WIKIPEDEA and R.M.)

Sally Oak als direkter Nachbar ist auch ein  Platz,  an dem es viel zu sehen gibt:  Die  St.Mary‘ s Church so wie die alten Schulen und die alte Bibliothek zeigen wieder einmal mehr, wie gern die Briten ihre Geschichte hüten. Erstaunlich alte Gebäude stehen dennoch auch hier neben inzwischen modernen Gebäuden, alte Straßenzüge lassen diesen ehemals pulsierenden industrialisierten Stadtteil ahnen. Durch Alleen hindurch, vorbei an Parks und viel Grün, geht es Richtung Stirchley wo der indische Einfluss ist ebenso wie der afrikanische gleich neben dem englischen eine wundervolle Mischung eingeht. Diese findet sich  auch in Regalen der Einkaufsmöglichkeiten wieder. „ Eine interessante Sehenswürdigkeit ist das Universitätsgebäude, dessen Bau 1900 beendet wurde. Das schöne Gebäude aus rotem Backstein ist durch originelle architektonische Formen gekennzeichnet. Die Inneneinrichtung der Räume verdient das höchste Lob. Die Universität Birmingham gehört schon mehr als hundert Jahre zu den besten Einrichtungen ihrer Art in Großbritannien. „ (Quelle R.M)

Stirchley sozusagen nebenan über Bournville Lane erreichbar,  wirkt ein wenig traurig heute und wie auf Erweckung wartend. Ein erster Schritt wurde mit dem Kampf um das Schwimmbad getan. An sogenannten Heritage Days öffnet es wie die Bibliothek ihre Türen. Auch wenn vieles verloren gegangen ist, sieht man doch, dass es den Anwohnern nicht egal ist, wo man einst seine erste Schwimmlektion lernte oder das erste Buch auslieh. Mit Ausstellungen und viel privater Initiative gestalten die Anwohnervereine Infotage und andere öffentliche Events.

Stirchley besitzt auch noch einen traditionellen Fish and Chips Shop, seit Jahrzehnten an der gleichen Stelle, mit wechselnden Köchen, aber auch die besten Balti Restaurants Birminghams. Das indische Curry findet sich nur hier in der reinsten und ursprünglichsten Form als BALTI. Die traditionellen Balti Shops schenkten in der nahen Vergangenheit keinen Alkohol aus und besaßen hierfür keine Lizenz.  In den letzten Jahren allerdings gibt es mehr und mehr Balti Restaurants, die auch Bier und Wein ausschenken. Das ist schade, denn dadurch wurden auch Existenzen zunichte gemacht. Aber wer möchte, kann seine Getränke immer noch mit ins Restaurant nehmen.

Noch bis vor einigen Jahren gab es nämlich meist gegenüber einen Getränkeladen, der dadurch florierte, dass sich Besucher der Balti Restaurants mit alkoholischen Getränken eindeckten und damit ins Restaurant gingen.  Nirgendwo sonst kann man die indische Küche so genießen -außerhalb Indiens- wie dort. Das klassische Nan Bread gehört unbedingt dazu, wie das kleine Schwätzchen mit der Bedienung und dem Pfefferminzbonbon zum Abschied.

UK ist eben mehr als nur London, wie wäre es mit Birmingham, zweitgrößte Stadt des Königreiches?

Egal wie oft man diese XXL-Stadt in den Midlands des Vereinigten Königsreichs besucht, es gibt immer wieder etwas Neues zu sehen oder zu erleben. Die klassischen Anlaufstellen seien hier aber auch  erwähnt. So gibt es das Jewellery Quarter mit einer sehr langen Geschichte. Es liegt im sogenannten Stadtteil Hockley und ist ein interessantes Shopping Paradies für alle, die das „ Geschmeide“ lieben. Von Krawattennadeln bis hin zu großen und mächtigen edlen Steinen an Ringen und Ketten gibt es so gut wie Alles, was das Herz begehrt. Ob neu oder gebraucht, es findet sich für jeden etwas.

Das Schmuckgeschäft Gebiet umfasst viele kleine Geschäfte in urigen und uralten Gebäuden, die noch immer  wundervoll, eben echt englisch auch von innen erhalten sind. Ein kleines Cafe, in einer umgebauten Halle, lädt mit Spiegeln und Stahltreppen zum Verweilen ein und liegt mitten drin. Das Cafe Neo bietet auch eine vegetarische Küche.

Um 17 00 schon gab es schon Juweliere dort und noch um das 19 Jahrhundert herum, arbeiteten unglaublich viele Menschen dort. Jetzt ist es eher ein Ort, den man zu den passenden Uhrzeiten besuchen kann, mit nicht mehr so vielen Geschäften, dafür aber immer noch mit attraktiv günstigem edlen und auch echten Schmuck im Angebot hier in den West Midlands.

Wer nicht so gern zu Fuß geht, sollte unbedingt eine Kanalfahrt machen. Mit knapp einer Stunde lassen sich mehr als 400 Jahren Geschichte der Stadt Birmingham erkunden. Wer weiter laufen möchte, dem sei ein Lunch oder Dinner am Kanal empfohlen. Am anderen Ende sozusagen des Kanals, aus der Stadtmitte kommend,  liegt auch ein sehr günstiges Hotel, das Campanile Birmingham, wo eine Übernachtung weniger als 40 Pfund kostet und sowohl zu Fuß als auch mit dem PKW genial direkt in der Mitte der Stadt erreichbar, dennoch so ruhig gelegen ist. Am schönsten sind die Erdgeschoss- Zimmer mit Blick auf den so liebevoll sanierten und wieder wunderschön schimmernden Kanal. Die Rückseite des Hotels bietet eine schöne Terrasse und einen direkten Zugang zum Kanalfußweg.

Auch für den Magen ist im Hotel mit gutem Service und reichhaltigem Angebot der Menüliste gesorgt.

Wer die Stadt weiter erkunden möchte, dem sei der Weg zur Hill Street empfohlen, von wo, immer geradeaus in die dann Hurst Street genannte Verlängerung,  ein Besuch des Hippodroms (Musical oder Familienworkshop gefällig?)  und den Arcadian mit Chinatown sich lohnen.

Die Arcadian haben sogar eine informative Facebook Seite, auf denen sich das interessant- wechselnde Programm finden lässt.

Einmal auf der Hill Street läuft man in die andere Richtung auch nicht vergebens, denn dort findet man sich direkt auf dem Victoria Square wieder mit der großen Steinfigur der Königin Viktoria sowie dem imposanten Rathaus der Town Hall, die ihre Türen, wenn man nett fragt, für Besucher öffnet.  Hier sieht man neben dem Sitz des Bürgermeisters wundervolle alte Fotoaufnahmen der Stadt und noch viel schöner: Einen Glasdurchgang, wie er nur dort in England gebaut werden konnte. Wunderschön im sonnigen Licht erstrahlend, als wären tausend Lichter entzündet. Ein Bauwerk so einzig im Innern verborgen. Schon die imposante große Eingangstreppe und der Blick zur Decke lassen erahnen, das sich noch weitere Kostbarkeiten im Gebäude verstecken, die für Besucher leider nicht sichtbar werden dürfen. Neugierde bleibt gerade bei diesem Gebäude bis zuletzt auch hinterher!

Nicht weit entfernt befindet sich die Museum und Art Gallery. Auch hier lohnt sich in jedem Fall der Besuch.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, gelangt hierher nur über den Queensway, die tunnelbehaftete Autostrecke, die einst die Queen eröffnete. So manche Bewohner um die 65 Jahre alt erinnern sich gerne daran, wenn sie einen Blick erhaschen konnten und der Queen wenigstens einmal im Leben nah  sein konnten. Dies ist überhaupt das höchste Glück der meisten Briten: einmal die Queen zu sehen, nah und eben life. Dieses Gefühl kann vielleicht nur jemand verstehen, der aus der Richtung Hannover kommt, wo die Queen gerade vor nicht allzu langer Zeit Station machte und Bergen Belsen besuchte und mit ihrem Mann die lokalen Straßen befuhr, so dass man sie sehen konnte von ganz nah.(Das Königshaus, so ist bekannt, hat deutsche Wurzeln. Insider wissen das, auch weil sie  vielleicht Schloss Herrenhausen und Marienburg besucht haben …)

Es ist schon ein erhebendes Gefühl einen Menschen zu sehen, der zur Weltgeschichte schon so lange gehört und ein wahrer Zeitzeuge ist. Dafür muss man nicht gleichzeitig Monarchist sein.

Überhaupt fühlen sich die Briten nicht als Volk in einer Monarchie. Das  Königshaus war „einfach immer da“, ohne dieses wäre das Königreich eben kein Königreich. Wie so vieles in Großbritannien ist die Haltung der Engländer gegenüber ihrer Königin wohl mehr der Romantik geschuldet, die bis heute auf der Insel lebendig ist und sichtbar wird  bei all den blumigen Bettüberwürfen, rosigen Gardinen,  Patchworkdecken und Jackardmuster- Handtaschen oder  Maxwell and William Victorian Teetassen  . Verschnörkelt muss es sein, liebreizend und eben erinnernd an alte Traditionen auch im Handwerk.  In keinem Land finden sich so viele Badewannen und eben auch Teppiche im Bad!

„  Sweet und cosy“ soll es sein, das Leben und das Haus, in dem man wohnt.

Übrigens auch bei der Bedienung wird  selbst der ältesten Frau ein“ Oh, sweet darling hello! What can I do for you?“ mit einem charmanten Lächeln zugeworfen. Immer wieder ein wunderschönes Geschenk auf diese Insel, diese absolut freundliche Dienstleistung und Freundlichkeit insgesamt. Tritt man jemandem auf den Fuß, entschuldigt sich gar die Person, der es passiert ist,  noch bevor man selbst ein “ Sorry“ herausgepresst hat.  So höflich dieses Engländer!

Aber wir bleiben noch ein bisschen in der Innenstadt, vielleicht um Richtung Mailbox, Cube und Bullring sowie Grand Central Station zu schlendern. Doch vorher sei die angrenzende Bibliothek Birminghams, neu-eröffnet vor einigen Jahren, empfohlen. Im einzigartigen Gebäude in quadratischer Form gebaut und wie mit viel Draht umwickelt, bietet sich von der Rolltreppe aus ein einzigartiger Blick auf unglaublich viele Buchreihen, sowie im Obergeschoss auf die Innenstadt, einen kleinen Dachgarten und den im Dezember stattfindenden Deutschen Weihnachtmarkt in Birmingham (mit überhöhten Preisen für „Gluwine“ und „Wurstchen“!).

Der Cube, sozusagen nebenan, ist ein einzigartig hochmodernes 25-stöckiges Einkaufsparadies mit erlesenen Restaurants, Apartments, Luxus- Spa – Angeboten und Boutiquen und Bars. Es hat den größten automatisierten Carpark der UK! Von hier oben lässt sich die große, dennoch so klein wirkende Stadt Birmingham, aus neuer Perspektive beobachten.

Angekommen bei New Street Station ist auch die Mailbox und der neu eröffnete Grand Central mit seiner futuristisch anmutenden Außenfassade aus spiegelndem Material. Keine  Kamera  gibt so richtig wieder, wie großartig der Architekt Shuttelworth diese Außenhülle des Bahnhofes entwarf. Das Gebäude gleicht einem Juwel, der funkelt. Innen befindet sich eine große Bronze- Figur, die auch ihres gleichen sucht.

Der über eine Glaspassage mit Blick auf die Stadt führenden Überweg vom Bahnhof aus gibt schließlich eine gigantische Shopping Meile frei, die ihres gleichen sucht. Nicht vom Angebot her, sondern was die Menschen darin betrifft: Reisende mischen sich mit Jugendlichen, die nach der Schule einen Cocktail trinken oder Sushi essen, mit Touristen, die nur schauen wollen, älteren englischen Damen, die ihren Cafe trinken und Paaren, die exklusive Waren einkaufen wollen. Kinderstimmen mischen sich mit dem starkem Birminghamer Brummi Akzent.  Dieser breit gesprochene Dialekt ist einzigartig und besonders. Er kann durchaus mit Walisisch, Irisch und Schottisch konkurrieren.

Fortsetzung folgt…

@VeRa