Im Zug

…wenn ich reise dann zu dir

bleibst auf diese Weise so in mir…schrieb ich

doch auch

Vogelarm und Riesenfuss

sind Lebensfluss

wenn die Krähen fliegen

sich hinhocken auf die Gleise

wie die die auf der Reise

mit ihren Pommes und Papier

in ihren Schnäbeln

die vergehende Zivilisation

im Kampf um die Reste

sehen sie aus

wie die drei mir gegenüber

die neidisch auf das Bier des anderen starren

 

@VeRa

2018

 

 

 

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Hannover im Lichterglanz

Die Hauptstadt von Niedersachsen- ja wie fast überall in Deutschland erstrahlt auch Hannover im Lichtermeer der Adventszeit.

Doch wie bezaubernd anders ist es jetzt an der Leine:  am Flussbett breitet sich der historische Weihnachtsmarkt mit seltenen Getränken, Essendüften und handgemachten Einzelstückchen aus Holz, Leder und Glas aus. Verträumt schaut man aufs Wasser und sieht fast wie die alten Sagen lebendig werden.

Mittelalterlich gekleidete Minnesänger geben alles, um  gehört zu werden. Heißer Met wärmt und tröstet über die kalte Jahreszeit hinweg.

Hannover selbst hat das bewegte Jahr noch nicht beendet.  Das Winter Varieté lockt mit strahlenden Tänzern und Musik, vielleicht noch schnell den Opernball gebucht oder gar den Weihnachtszirkus wenn’s noch geht?!

Aber mehr noch zeichnet Hannover aus: Die Herrenhäuser Gärten im Sommer wie im Herbst ein zauberhafter Platz und bunt, wenn das Feuerwerkfestival der Superlative den Himmel laut und phantasievoll färbt von Mai bis September.

Wer’s anders mag, der stürmt die Tanzbars mit Reggae, Beat, Jazz und Latin oder Rock. Plätze gibt es da in jeder Größe und für jeden Typ und zu jeder Jahreszeit.

Hannover ist so multi-kulti, ob beim Essen, Trinken, Tanzen oder gar, was die Rotlichtzone ein paar Schritte vom Bahnhof betrifft. Auch hier hat Mann, aber auch Frau die Wahl: drei Straßenzüge bieten für jeden “ anderen Hunger“etwas.

Der Bahnhof selbst ist eine wahre  super große volle Shopping Arena. Da verpasst man glatt den Zug, wenn man nicht aufpasst. Glas und breite Wege, das zeichnet den 1879 erbauten Bahnhof aus, der ca. 300 000 Menschen täglich bedient.

Doch, was den Aufenthalt so anders macht ist doch zu jeder Zeit die Altstadt, gerade jetzt so voll bietet sie zu anderen Zeiten freien Blick auf norddeutsche Backsteinbauweise und Gotik:

Kreuzkirche, Marktkirche und Marktbrunnen, das Marstalltor, das Alte Rathaus, der Oskar Winter Brunnen, das Nolte Haus und gar ein Schloss.

Nichts deutet auf die große Zerstörung nach dem Kriege hin: fast 90 Prozent der Stadt lag in Schutte und Asche, doch wurde die Altstadt liebevoll wieder aufgebaut und sucht ihres gleichen. Mit Liebe zum Detail bietet sich dem Betrachter wahre Baukunst, wie man sie oft nur im Norden findet.

Die sakralen Bauten dieser Stadt, aber auch der Klassizismus  bieten neben Gotik und moderner Stadtstruktur viel Potential für eine dreitägige Tour in die Region der Märchen und Sagen.

Vom Rübezahl bis Rattenfänger von Hameln gibt es auch für Märchenfreunde viel in und um Hannover zu entdecken.

Christuskirche und Leibnitz-Haus sollte man trotz Weihnachtsmarktgelüste nicht umgehen. Es lohnt sich vom Bahnhof aus, eingemummelt in Schal und warmer Winterjacke die Stadt zu entdecken.

Das ist Spaß im Winter! PS U-Bahnfahren kann man auch!

@VeRa

2018

 

 

 

Arbeitsreise

Manchmal

wenn ich durch die bunte laute Multi Kulti Menschenmasse

mich bewege

hab ich Angst

dass meine Gedanken zu laut sind

dass sie jeder hört

dass die Traurigkeit nicht nur mich zum Weinen bringt

dass die Kälte der Herzen uns erfrieren lässt

und nicht der kalte Wind des Nordens

der uns um die Ohren pfeift

 

Winter liegt in der Luft

noch sehe ich die Blätter fallen

zünd mir eine Kerze an

ich Dir

uns

und die Liebe hüllt uns alle ein

 

Manchmal

wenn ich durch die bunte laute Multi Kulti Menschenmasse

mich bewege

hab ich Angst

dass meine Gedanken zu laut sind

und sie doch keiner hört

 

Ve@Ra

 

 

 

BREMEN AN DER WESER

Meine Stadt, meine Heimat, meine Lebensreise….

Die Bremer Stadtmusikanten im Herzen der Stadt, das Rathaus so wunderschön und der Dom, der Bleikeller zum Gruseln und die Aktionen durchs Jahr: Osterwiese, Freimarkt, Weihnachtsmarkt, 6-Tage Rennen, Messen und Wanderwege.

Eislaufen auf den Wümme Wiesen, durch den Rhododendron Park schlendern oder den Bürgerpark und im noblen Hotel am See ( PARKHOTEL)  des Bürgerparks Kaffee Trinken und im Sommer die Kanäle entlang gemächlich paddeln.

Eine Weser-Tour bis Verden hin- und zurück oder einfach im Sommer den Marktschreiern zuhören und den riesigen Flohmarkt genießen. Vielleicht auch der Weserlust frönen: Aktionen und mega Life Musik aus verschiedenen Zelten: die sommerliche Party für Alle.

Das Überseemuseum für internationale Kultur besuchen, die Kunsthallen oder einer Lesung lauschen.

Ein Foto vorm Bewacher der Stadt dem Roland oder auf den Spuren der Sieben Faulen in der Böttcher Straße. Als Tourist die alten Häuslein im Schnoor besichtigen oder auch einfach nur eine Nacht durchtanzen auf der Disko Meile.

Rabenschwarze Nächte im immer noch dröhnenden Aladin, wo einst der DJ seine Karriere als Musiker Norbert Krüler startete mit der so bekannten Musik von Shamall und seinen so gut verkauften CDs bis heute. Wer Aladin Besucher war vor 40 und 30 und 20 Jahren der kennt ihn noch.

Von Bremen ist es nicht weit bis nach Bremerhaven ins Auswandererhaus und Zoo am Meer.

Der Norden und diese Hansestadt sind immer eine Reise wert- es muss ja nicht gleich Hamburg sein!

Bremen ist zukunftsweisend mit dem Buddhismus Zentrum als auch einer Japanischer Schule.

Internationale Stadt mit Dorfatmosphäre. Hier kann man sich nicht verlaufen und doch in alle Welten tauchen.

Übrigens nicht weit entfernt ist auch das größte Shopping Centre im Norden

„ DODENHOF“, das von Kritikern „ Doofenhof“ genannt wird; das sind übrigens die, die im Osten Bremens den „ WESER PARK“ bevorzugen.

Auf dem östlich gelegenen Gelände des Weser Parks gibt es die super traumhafte Sauna-Schwimm-OASE und ein riesiges Kino.

Bowling, Kegeln, Essen und Trinken, Schlemmen und Schlafen lässt sich überall in der Stadt vom Feinsten.

Derzeit gibt es KOHL UND PINKEL. Man kann die Karawanen (  Firmenangehörige mit Handwagen und Eierbechern bewaffnet um den Hals baumelnd ) ziehen sehen, die auf dem Weg zum großen Tanz und natürlich zum Kohl-und Pinkel-Abend ziehen. Ganz nach dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Auch der Norden kann feiern- nicht nur die Kölner!

Der Fallturm an der Universität Bremen, die besonders bekannt für ihren Forschungsbereich ist, das Universum und auch das Olbers Planetarium in der Nähe der Fachhochschule laden zum Lernen ebenso wie zum Learning by Doing ein. Wer sich in Bremen niederlässt, kann auch kostenlos sein Wissen im Haus der Wissenschaft erweitern.

Vieles mehr gibt es noch: den FOCKEWINDKANAL, FLUGHAFEN

und das KLIMAHAUS allerdings in Bremerhaven…

Wer es etwas anders mag, der geht ins VIERTEL dem Steintor, wo das Leben tobt.

Große namenhafte internationale Firmen bieten wie BECKS Führungen an, ansonsten heißt es:

Auf Entdeckung gehen in dieser doch wunderschönen Stadt im Norden.

Hier in Bremen kommt jeder auf seine Kosten! Einfach probieren!

Viel Spaß!

Ve@Ra

Bremen mal anders

Bremen mal anders

An der Ampel- schnell ein Foto gemacht, das grüne Männchen lacht- folge ich dem Blick der Touristin mit dem gelben Koffer und Kind.

Ah nee- jetzt seh ich: sind die Bremer Stadtmusikanten, da ist der Esel und auch der Hund, die Katze und der Hahn ; sie stehen – besser: hängen leuchtend und erinnern

„ Geh!“. Ich denk noch: „ Mach ein Foto“, doch vorbei der Moment.

Bremen ist in.

Da hätt ich auch gern das Modell geknipst, langbeinig, kurzröckig- ihre Beine gehen mir bis zur Brust. Doch….

Schnell weiter, von der Seite ihren sexy-Brillenblick erwischt, haste ich an anderen High Heels, auch Parfüm – Duft und Schnurrbärten und Kopftüchern vorhei.

Erwische glücklich ein Blumenverkäufer- Lächeln und denk noch: „ Wär doch ein tolles Motiv gewesen…“

Zu faul!

Handy in der Tasche hastet die ernste dunkelgraue Frau nun vorbei. „ Ob sie Ärger hatte?“, denk ich noch, da begleitet mich schon Kuchen-Kaffee-Duft.

Ich habe Hunger.

Keine Zeit.

Partystimmung hechelt mir entgegen- Alkoholgeruch benebelt die Sinne-  und neidisch schaue ich den küssenden Freundinnen zu und meine Ohren werden taub beim Passieren der Musik und Frauengruppe, die sich zum großen Bayernzelt-Partyabend trifft.

Das große Volksfest tobt- Freie Markt. Nein der Bremer Freimarkt Leute! –  und alles tobt- hin und her durch den zentralen Bahnhof,  auch mich schiebt alles durchs Gemenge.

Bis zum Gleis…

bin  fast atemlos, verlasse schnell das wilde Treiben-

Mein kleines Dorf…

—-ob ich wirklich noch Kino brauch?

©VeRa

Reise vor und zurück (M)ein Leben

Als ich klein war setzte sich meine Mutter für ihr eigenes Konto und ein Frauen-Freundinnen und Platz in der Gewerkschaft ein.

Als ich Jugendliche war setzte sie sich für eine eigene Ausbildung ein und für Ausbildung ihrer Töchter ein. Bildung, gleiche Chancen und selbst-bestimmter Körper und Rechte für Frauen verbanden uns fortan.

Als ich älter war, setzten wir uns für den Dialog zwischen alten und jungen Frauen und für freiheitliches Denken und ein Ende der Gewalt gegen Frauen ein. Keine Frau sollte auf der Welt in Unterdrückung leben.

Als ich Studentin war sprachen und kämpften wir gegen eine Männersprache und für freie Sexualität unter Frauen, homosexuell oder heterosexuell gar bisexuell sollte keine Rolle mehr spielen. Wir wollten nicht gemeint, sondern genannt werden.

Als ich selbst Mutter wurde setzte ich mich mit vielen anderen Frauen für den Frieden in der Welt und für die Natur und Demokratie und auch Gleichberechtigung von  Alleinerziehenden und Frauen in Männerberufen sowie der Politik ein. Quotenfrauen waren uns zuwider. Wir wollten gleiche Chancen und gleiche Bezahlung.

Mein Bauch gehört mir! Die Nacht und ihre Straßen gehören uns!

Ja Frauen und Bundeswehr und Missbrauch von Kindern und Genderfragen quälen dann bis heute. Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist immer noch gegenwärtig. Weltweit leiden Frauen nur weil sie als Frauen geboren wurden.

Die Realität:

Tageszeitung von heute

18 Fotos mit Männern

7 Fotos mit Frauen          S. 1 -8  (Politik)

11 Fotos mit Männern

1 Foto Frau mit Junge

1 Foto Frau mit Tanzpartner

2 Fotos mit Frauen           S. 9- 16 ( Gesellschaft und Wirtschaft)

2 Fotos mit Frauen

7 Fotos mit Männern    S. 17-24 ( Sport und Lokales)

13 Fotos mit Männern

1 Foto mit Frau und Mann

1 Foto mit Frau             S. 25 bis Ende  ( mit  Blick in die Welt)

Ich brauche nicht auszurechnen wie das Verhältnis von Abbildungen mit Frauen und Männern wohl ist, das mich wie oben täglich erwartet. Ich kenne dies von jeher aus dem Fernsehen und habe nur bei ausländischen Sendern zumindest das Gefühl, dass dort mehr Sprecherinnen sind.

Talkshows, Spielfilme, Kinofilme und und und- Frauen sind am Rande erwähnt aber eben nur ein Minibeitrag und fast nie zu sehen.

„Geschlecht ist unwichtig“

„… wir sind doch alle nur Menschen…“

Tja,  Anteil am Weltbesitz und Vermögen und Bildungszugang haben Frauen nicht gleichermaßen wie Männer. Immer noch gehört Männern mehr als den Frauen dieser Erde.

Me2 und Alice Schwarzer haben gar nichts bewirkt auch jetzt noch nicht.

Wer Steuern hinterzieht und Geld stiehlt oder betrügt wird härter bestraft als jene Täter, die Kinder und Frauen gewaltvoll für das ganze Leben zerstören.

Es gibt in Deutschland mehr Frauen als Männer! Noch immer werden auch Mütter Töchter getötet, weil es prestigeträchtiger ist einen Jungen aufzuziehen und in vielen Ländern nicht angekommen ist, dass der Mann über das Geschlecht entscheidet mit einem X oder Y Chromosom.

Was für eine Reise!

 

©VeRa

 

Schloss Tremsbüttel

Der richtige Rahmen fürstlich zu speisen!

Im malerischen Herbstfarben bemalter Park lässt sich auch der Norden besonders wunderschön für die Seele genießen. Nicht nur im Süden Deutschlands gibt es Schlösser, die sich lohnen. Nein auch direkt zwischen Kiel und Lübeck.

Das kleine zauberhafte Schloss Tremsbüttel liegt versteckt in einem riesigen Park, der nicht nur einen glitzernden See mit Springbrunnen beherbergt, sondern auch mit einem liebevoll angelegten China-Garten lockt.

Wenn die Herbstsonne scheint, leuchtet so unterschiedliches Grün, dass man den Sommer um nichts vermisst. Mit Herbstjacke die Umgebung durchstreifen und von Prinzen und Prinzessinnen träumen und jener Zeit, als die Menschen noch dankbar das Essen einnahmen und nicht an die nächste Diät dachten – sondern eben glücklich waren, wenn es überhaupt etwas zu essen gab…

Wer mag ,kann im Schloss nicht nur verträumt die Zeit verschlafen, sondern auch wirklich fürstlich speisen, wunderbar Kaffee und Tee trinken und an Motto- Nachmittagen sonntags auch mal English Tea Time erleben. Die Küche des Kochs und die Weine, ausgesucht und von hoher Qualität, zergehen förmlich auf der Zunge.

Im unteren Bereich befindet sich ein in rot-buddhistisch angehauchter Keller, der nicht nur angehende Brautpaare zur Party lockt.

Wirklich schön sind wie immer die Turmzimmer (Fürstenzimmer mit Blick auf den See) und auch die rotbeteppichte Wendeltreppe.

Von hier ist es nicht weit, um Lübeck (nicht nur für Marzipan und Tor) zu besuchen, sondern auch um den letzten Ruheort von Otto von Bismarck, seines Zeichens Fürst und Reichskanzler d der deutschen Reichsregierung zu besuchen, im Mausoleum mitten im Wald in der Schlosskapelle. In Zeiten, wo wir Demokratie und Weltkriege versuchen zu deuten und neu zu beschreiben, eine gute Gelegenheit deutsche Geschichte im Museum und Bildungshaus der Bismarck Stiftung sehr detailliert auch für Schüler zu erleben. Bildhaft und mehr als informativ steht die Bildungsstätte jedem offen.

Neben dem Bismarck- Museum in Friedrichsruh gibt es Wald ohne Ende zu genießen und die Menschen der Umgebung erzählen gern ihre Geschichten über den Ort. Alte Bauweise ergänzt diesen geschichtsträchtigen Ort, der auch per Zug direkt erreichbar ist.

Doch zurück zum Schloss Tremsbüttel: echte Beatle-Fans kennen bestimmt diesen Ort, die auf ihrer einzigen Deutschlandtour 1966 genau hier übernachteten. Es fühlt sich schon eigen an, geschichtsträchtige und auch musikgeschichtlich bedeutende Treppenstufen zu besteigen.

Nun, das im südlichen Schleswig-Holstein befindliche Schlosshotel, hat wie alle historischen Gebäude eine wechselvolle Geschichte. Seit 1996 nun gehört es dem Pharmaunternehmer Strathmann.

Auch wenn man eigene Gedanken hegt zum Thema Pharmaindustrie, zählt für alle Kultur- Interessierte, dass versucht wird, Geschichte zu bewahren.

Ja, wichtig ist: Dass Parks und Grünanlagen , ebenso wie alte Gebäude erlebbar bleiben; da sie doch die Geschichte nicht nur erzählen können, sondern erlebbar zum Anfassen machen. Und dies nicht nur für Schüler und Kinder allgemein.

Persönliches Fazit:

Manchmal ist es einfach schön, eine Ritterrüstung wie sie dort im Schlosse steht, nur anzuschauen-

und für einige Tage die eigene einengende Alltagsrüstung im gemütlichen Hotelzimmer gänzlich abzulegen und mal wieder für Momente ganz dekadent man selbst zu sein.

 

©VeRa

Foto Copyright  VeRa Sprachen Stübchen

Jahreswechsel in Indien

Eine Erinnerung, die für immer bleibt

Trivandrum Südindien

Mit dem großem Flieger mit Stopp in Dubai erwartet jeden Indien – Reisenden hier die große Überraschung. Auf dem Weg in das privat gemietet Zimmer findet man sich nach Taxifahrt mit lustigen Bildern und Figuren, betäubender indischer Musik und netten Fahrern (es fahren immer zwei vorne im Taxi mit, da Freunde und Familie den kostenlosen Trip zum Einkaufen in der Stadt nutzen) plötzlich an einem tobenden Meeresstrand mit fast europäisch wirkendem Treiben und irgendwie deplatziert wirkender Promenade wieder.

Unglaublich weißer Sand, so nah am Zimmer, mit riesigem Balkon ohne Fernsehen, aber mit Kühlschrank, lädt zum sofortigen Fußmarsch durchs Wasser ein. Jetzt im Winter ist die Außentemperatur feucht warm bei über 30 Grad und ein kühles Bad lockt. Doch das Wasser ist ebenfalls sehr warm.

Nach dieser Kurzbesichtigung am Strand wird kalt geduscht mit Wasserbehälter, den man füllt und über sich gießt, weil der Duschkopf schon lange deinstalliert wurde – aber die europäische Toilette funktioniert. Wer braucht schon Luxus, wenn er die schönste Aussicht überhaupt hat; das tosende Meer nur einige Schritte entfernt!

So frisch gemacht, in leichte Kleidung geschlüpft geht es ins typisch deutsche Café mit großen frisch dampfenden amerikanischen Kaffeekannen auf dem Tisch und kaltem Zitronendrink in den ersten Tag voller Staunen.

Bunte Kleider, englisch-spanisch-französische Sprachen im Ohr folgt man den Fußball spielenden Jugendlichen am Strand mit freudigen Blicken, bewundert den ein oder anderen Touristen, der in der starken Sonne brät oder auch die mondän dahin schreitenden möchte gern indisch-wirkenden mit Tüchern behangenen weiblichen Touristen.

Was alle hier aus der ganzen Welt eint, ist der Spitzenplatz vor Sri Lanka für eine einmonatige oder mehrmonatige Ayurveda Kurs. Allerdings gibt es auch Menschen, die hier überwintern, aus Belgien und Deutschland, aus den Niederlanden und Spanien, aus England und der Schweiz. Somit ist die Altersgruppe, die sich dieses leisten kann, eher weiblich und eher älter.

Doch bevor die erste Ayurveda Anwendung erfolgt als wohltuende entspannende Massage, spricht man mit dem Ayurveda Arzt. Dieser untersucht sehr gründlich und man hat viele Fragen zu beantworten.

Danach wird die Ayurveda Anwendung täglich jeden Vormittag festgelegt. Wer je eine richtige Ayurveda Massage erleben durfte, weiß, dass man danach so müde ist als hätte man drei Stunden Leistungssport betrieben oder einen mehrstündigen Marathon. Die Muskeln sind durchgeknetet, der Kopf ist müde, die Gedanken kreisen im Dunkeln und man möchte nur schlafen.

Jeder Ayurveda Massage folgt eine Ayurveda Diät, Rauch- und Alkohol frei geht es wochenlang jeden Tag aufs Gleiche morgens zum Ayurveda Center. Danach ein Schläfchen, Schwimmen und Essen. Abends gemütlich Spazierengehen und leichte Kost. Trotz Essen und ohne großen Verzicht, verliert man dank Ayurveda und Stoffwechseländerung in kürzester Zeit mehrere Kilos je nach Typ. Außerdem fühlt sich der eigene Körper nicht nur gestrafft an, sondern ist es auch.

Allerdings arbeitet diese Art der Therapie nach – und der Kopf beginnt, wenn man nicht meditiert oder Yoga begleitend durchführt, sehr in Aufruhr zu geraten. Aber auch dies bringt ungewohnte und neue Erkenntnisse mit sich. Seele und Körper werden gleichzeitig massiv stimuliert.

Ausgeruht, entspannt, entgiftet und Beschwerden frei reist man wieder ab.

Doch vorher sollte man einige der wunderschönen Plätze besuchen die sich Trivandrum genannt Thiruvananthapuram  als Hauptstadt von Kerala befinden.

Eine Tour in die Mangrovenlandschaft auf dem Fluß, mit einer  Pause auf der langen Sandbank, der das Salzwasser vom Süßwasser trennt, ist empfehlenswert. Mit dem Boot gleitet man vorbei an Familien, die in dem in allen Grünfarben schildernden Flusswasser baden, waschen und sich vergnügen.

Auch gedankenverlorene Fischer kann man sichten und die anmutig wie gemalt auf alten Ästen sitzende Vögel ähnlich den Kormoranen.

Seltene Reiherarten, besondere Storchenarten als auch dunkle Finkenarten lassen sich mit viel Glück erspähen bei solch Bootstour.

Beeindruckend ruhig gleitet das Boot durch diese verträumte Flusslandschaft und  wieder zurück. Buchen kann man solche Touren auch als Einzeltour ohne andere Touristen für sehr wenig Geld.

Überhaupt lässt es sich in Indien gut leben, im Verhältnis zu Deutschland ist alles sehr billig, so dass ein langer Urlaub möglich und auch zu empfehlen ist, wenn man ein wenig von Indien kennen lernen möchte.

Zurück in Kovalam am Strand des Arabischen Meeres und der Light House Beach genießen viele dann den Sonnenuntergang bei gutem Essen.

In Trivandrum Stadt gibt es nicht nur ein großes Kaufhaus, sondern wie überall in Indien eindrucksvolle Tempel, den besonderen Padmanabhaswamy-Tempel, aber auch das Napier Museum. Als Nicht –  Hindu kann man allerdings den eindrucksvollen Tempel nicht betreten, aber auch von draußen ist das Gelände und Gebäude eindrucksvoll anzusehen.  Respektvoll kann man den Gläubigen zusehen, wie sie die Alterskleidung ablegen und in weißen Gewändern die Treppen zum Tempel hinaufklettern.

Aber auch die wenigen christlichen Kirchen sind eindrucksvoll und besonders interessant, wenn man einen Tag erwischt, an dem innen ein Chor singt.

Hier am fast südlichsten Punkt Indiens gibt es außer Teeplantagen weiter im Inland so manches zu entdecken, das nicht im Reiseführer steht. So sieht man zurück gezogene Inder und Yogi, aber auch Europäer, die in der Wildnis leben.

Besonders sind auch die typischen Schulen für die besondere langjährige Ausbildung im einzigartigen Klassischen Kerala Stil Tanz dem Kathakali und Kutiyattom. Die sogenannte Margi Organisation hält sich strikt an uralte Gesetze der sehr harten und langen Ausbildung durchgeführt von besonderen Lehrern und Gurus.

Die Ästhetik einer solchen Performance zieht jeden Zuschauer absolut in seinen Bann, denn die Gestik und Mimik der Tänzer ist ungeheuer spannend und mitreißend.

Dieser Teil Indiens kann sich als einziger Distrikt „kommunistisch gewählt“ nennen und dies spiegelt sich in guten Bildungschancen für alle Kinder wider.

Nicht nur gut ausgebildete Jungen toben am Strand, sondern auch die Mädchen lernen eifrig und freuen sich auf Abitur und Studium und lernen. Aber die Gruppen von Mädchen benötigen noch immer eine ältere Frau, die sie begleitet in der Öffentlichkeit. Überhaupt haben Frauen noch immer nicht die gleichen Rechte und können nicht gleichberechtigt im Land leben.

Wer über einem der vielen Shops an der Promenade wohnt, kann  oft im Hinterbereich der Läden beobachten, wie der Vater das Geld kassiert und verwaltet und hinten die Tochter lernt und die Mutter als Beraterin die zumeist weiblichen Kunden „ berät“.

Wenn man eine Party am Ende des Jahres und jeden Tag ein anderes Bild sucht ohne Fernsehen, dann ist Trivandrum das absolute Must Do! Tagelang wird gefeiert, Merry Christmas gerufen und die jungen Männer feiern tagelang verkleidet im Wasser und auf Booten. Jeden Tag und jede Nacht gibt es andere Dinge zu erleben.

So die Fischer wie sie die Netze singend einholen und sich über Hilfe freuen. Der Gesang und diese Gemeinschaft der Fischer erzeugt wahre Gänsehaut , man erstarrt ehrfürchtig vor dieser uralten Tradition und dem Lebenskampf dieser Männer.

Ein absolutes Erlebnis ist das Neujahrsbad in einer Menschenmasse von Hunderten von Indern, die im Sand Neujahrsburgen bauen, Herzen formen und laut schreiend HAPPY NEW YEAR zurufen und in die Hände klatschen und unbedingt jeden umarmen wollen.

So warm und überschwänglich, erlebt man nur einmal und zwar genau hier:

Echt indisch den Jahreswechsel!

In diesem Sinne, gern noch einmal: HAPPY NEW YEAR!

@VeRa

Piemont IVREA (2)

Jahreswechsel in Piemont in der verträumten Stadt  Ivrea

(siehe auch Blog Oktober 2017)

Italien ist immer schön, sagen Kenner. Auch wenn man nicht Skilaufen möchte, lohnt sich der Norden im Winter.

Piemont im Nordwesten Italiens ist die größte Region des Stiefels und grenzt an die Schweiz, Frankreich, an Ligurien und Emilia- Romana, die Lombardei und das wunderschöne Aosta -Tal. Das offizielle Symbol ist die Benediktinerabtei di San Michele. Der hohe Monte Rosa ist weithin wie Teile der Alpen zu sehen. Man spricht auch von der wunderschöne Po-Ebene Piemont.

Flüge gen Hauptstadt Turin finden sich schnell und günstig, Automiete und auch Zugreisen sind einfach zu organisieren und die Fahrt gen Ivrea dauert nur ganze 30 – 40 Minuten. Allerdings brauchen Fahrer ruhige Nerven tagsüber, da am Wegrand viele Prostituierte, eben auch im Winter kaum bekleidet auf  Plastikstühlen sitzend oder daneben stehend, ihre Dienste an der Landstraße anbieten.

Wenn man Mautstationen auslassen will, ist die Fahrt noch einmal so schön. Zwischen urigen Dörfern, weiß gekleideten Feldern umrahmt von wunderschöner Landschaft der Berge, liegt ziemlich gut gelegen auch ein mehr als günstiges Hotelchen, in dem die Mitarbeiter sogar Wasserkocher aufs Zimmer stellen, Schokolade bieten und den besten Service, den man sich wünscht.

Aus diesem Grund, auch weil es ruhig gelegen ist, mit Balkonen, sehr sauber und nettem kleinen Frühstück, sollte man im Hotel la Villa übernachten.

Die Stadt Ivrea bietet neben dem schon einmal beschriebenen Olivetti Gründerhaus und dazugehörigen Museum, eine fast wie Prag wirkende Altstadt, mit Kathedrale Santa Maria Assunta, einer uralten ehemaligen Steinstadt in der die Zeit stehen geblieben scheint und die wie aus dem Märchenbuch wirkt.

Cafés und Altstadt voller kleiner Geschäftchen und Bars laden in der Stadt zum Aufwärmen ein.

Zu besichtigen ist darüber hinaus die Kirche San Bernadino und Chiesa di San Grato als auch das Castello von Ivrea, das Labirinto del Castello di Masimo, von wo man einen wunderschönen Blick auf die Landschaft mit den Bergen mit dem Hintergrund hat. Das Museum der Stadt ist außerordentlich interessant und bietet verschiedene Ausstellungen.

Der Bummel am Fluss bietet bei jedem Wetter ein ausgesprochen hinreißendes Fotomotiv, wie man es selten findet. Die Brücken mit dem dahingleitenden Fluss Dora Baltea lassen für Augenblicke die Welt vergessen und man mag sich nicht wegdrehen.

In Ivreas Nachbarschaft gibt es einen kleinen verschlafenen Ort namens Montestrutto. Hier findet im Winter ein sehr ungewöhnlicher Wettbewerb der Bewohner statt: Man stellt Krippen aus, aus Papier, Glas, Porzellan, Plastik, Holz und Stein, in jeder Größe, mit Licht und ohne, eine unglaubliche Vielfalt des christlichen Motivs. Gleichzeitig ist der Ort wie ein lebendiges Museum, viele Hinterhöfe öffnen die Türen und ein kleines lebendiges Museum ist dadurch genau hier zu erleben, eine wahre Zeitreise.

Die Bewohner kultivieren seit Jahren in dieser doch eher kalten Region Italiens eine besondere Olivenart, die nur dort wächst und zu allerfeinstem Olivenöl verarbeitet wird. Der Ort liegt unterhalb eines riesigen Felsmassivs, der im Sommer viele Kletterer anlockt und ist dieser Sportgruppe sehr bekannt.

In anderer Nähe zu Ivrea liegen wunderschöne Seen wie der Lago Sitio, der Lago di Viverone und der Lago Mucrone, die wunderschönen kurvenreichen Anfahrten bieten, mit unerwartetem Panorama.

Wer den Sommer als Reisezeit bevorzugt,  kommt in den Genuss dort zu segeln oder zu baden und verpasst dann hoffentlich nicht das Spektakel der legendären Orangenschlacht in der Stadt!

Für Shoppingfreunde bietet das Einkaufscenter Bennet auf zwei Etagen viele Angebote und auch neben klassischen Burger, chinesische und gute italienische Küche in dazugehörigen Restaurants.

Ja die klassischen grünen Nudeln und besonders zubereiteten Linsen bekommt man wie den Panettone mit klassischem Schaumwein nur bei Einheimischen zu Hause. Wie gut, wenn man in Italien Freunde hat!

Genüsslich beim Tee vor dem offenen Feuer lässt es sich bei netten Gesprächen mit Einheimischen gut aushalten. Viele Häuser haben hier im Norden Kamine, die sehr besondere Atmosphäre schaffen im Winter, wie man es in Italien sonst nicht kennt.

In diesem Jahr gab es übrigens in Turin selbst zwar kein Feuerwerk in Gedenken der Opfer von 2017, die beim Public Football Viewing verletzt und getötet wurden und auch aus Vorsicht, dafür aber eine hinreißende Lichtershow: alle Gebäude wurden herrlich angestrahlt und erglühten in besonderem Licht.

Ivreas Bewohner ließen den Jahreswechsel laut und eindrucksvoll mit lautem Knall und Feuerwerk am Silvestertag erleben. Ganz so wie es trotz aller furchtbaren Geschichten in der heutigen Zeit besonders schön nur am Jahresende sein kann. Der Himmel glühte rot, grün und golden!

Alla prossima carissima bella Italia e Buon Anno a tutti!

@VeRa

PS Eigene Fotos werden nicht veröffentlicht