Ich wünsche FROHE OSTERN! HAPPY EASTER!

Nun ist schon wieder so viel Zeit vergangen….die nächste Reise kommt bestimmt. Ab Mail schreibe ich weiter.

Bis dahin ein Gedicht:

Die Wolken gehen auf Reisen

die Vögel kommen gerad zurück

Ich schaue auf die Meisen

und fasse kaum mein Glück

Das Leben ist in Bewegung

so wie die Welt es ist

und ich spüre die Veränderung

bin glücklich, dass du noch immer bei mir bist

Die Liebe die Liebe die Liebe!

auf zur nächsten Wanderung

@VeRa

 

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Bonjour PARIS

Die kleinen Fluchten, sind oft die Besten! Warum nicht mal nach Frankreich?!

Ein Wochenende in Paris! Welch unbeschreibliche Stadt, günstig im Internet gebucht mit Hotelchen, das seinesgleichen sucht. Französischer Charme der Mitarbeiter, die sogar den Transfer zum entfernten Flughafen  und für nur 30 Euro alle drei Touristenbus touren  der Paris Open Tour (billiger und besser als im Internet) buchen.

Auch wenn der Hop-on- Hop-off Bus im Winter nur bis 18 Uhr fährt, schafft man alle drei Touren locker (rot, weiß und blau). Paris, überall ist hier so viel zu entdecken, so viel zu erfahren, zu lernen, zu sehen…welch tolle Metropole!

Natürlich bleiben auch die Obdachlosen im Pariser Norden nicht unübersehbar in ihren kleinen Zelten direkt an der Straße- auch nicht die armen Pariser, die nach Essensresten in den Müllcontainern suchen. Dennoch ist gerade Paris so multikulturell friedlich, wie selten eine Stadt in Europa. So sicher kann man nachts in keiner Metropole unterwegs sein. Wirklich immer noch eine Stadt der Künstler- aber sehr teuer. Ein Kaffee kostet 5 Euro!

Wer etwas erleben möchte, sollte die Montparnasse Gegend erkunden oder am Place de la Bastille umherlaufen oder am Place de la Republique. Die Gegend Gare du Nord ist voller Leben und in der Umgebung der Sacre Coeur gibt es mehr zu sehen…

Allerdings ist der Eiffelturm abgeriegelt und nur schwer zu erreichen, solch eine  Tour  dorthin und hinauf sollte man vorher buchen-  und im Gepäck ein Schlösschen packen, um es wie andere an einer der Brücken zu befestigen.

Die Seine ist immer noch wunderschön, gerade wenn die Sonne scheint, wunderbar zum Flanieren!

Gepflegt, kleine Cafes  und Bars, Museen und Musik- ganz Paris träumt von der Liebe… und lädt zum Verweilen ein.

Ja, das Moulin Rouge, in dem man nicht fotografieren darf, ist ein absolutes Highlight; allerdings ist ein Besuch auch nicht ganz billig. Andere Plätze wie die LIDO Show oder Sightseeing Cruise auf der Seine sind auch nicht zu verachten, etwas preiswerter dazu.

Aber einmal im Leben sollte jeder ins Moulin Rouge, wo tatsächlich spektakuläre Shows zu sehen sind. Solch einen Abend vergisst man nicht. ( Den Preis der Flasche Sekt für 90 Euro mitgebucht auch nicht!). Dafür sind die Tischnachbarn interkulturell interessant wie die Show und die Stimmung im Saal unglaublich motivierend. Momentan läuft eine interessante Show mit Künstler- Show- Einlagen der Superklasse ( Rollschuhe und Schlangentanz im Wasser), aber die Tanzshow der berühmten halbnackten Girls ist einfach zeitlos und wirklich anders  als alles, was man gesehen hat. Tolle Kostüme und eine wirklich unterhaltsame Show Feerie laden zu einem großartigen Abend ein.

Auf dem Heimweg selbst nach Mitternacht ist der Abend im Vergnügungsviertel um das Moulin Rouge noch lange nicht vorbei!

Jedes Quartier, jeder Platz in Paris erzählt Weltgeschichte und wer kann, sollte sich diese wundervolle Metropole nicht entgehen lassen! Wer Angst vorm Fliegen hat, kann in gut 8 Stunden mit dem Zug mitten drin ankommen und die französische Luft atmen.

Mit dem Auto ist es schon eine Strapaze und lohnt sich nur, wenn man viel Zeit hat.

Der Flug dagegen ist billig und schnell! Nur eine gute Stunde in der Luft, vielleicht etwas mehr und schon ist man da….- auch wenn man das Moulin Rouge auslässt, bleibt noch soooo viel zu sehen und zu erleben. Also warum warten?!

Salut! A bientot Paris!

Israel nur mal eben

Religion und was sonst noch zählt

 

Der besondere Rückblick einer besonderen Reise – für ein verlängertes Wochenende über ein Secret Escape Buchung gen Tel Aviv über Dubai.

Wirklich günstig und für zwei Personen ein echtes Schnäppchen mit 499,00 Euro für zwei Nächte mit Frühstück und Lufthansa-Flug von Freitag bis Sonntag !

Am Flughafen angekommen, kann es für Menschen mit mehreren  Vornamen  aus Deutschland eventuell schwierig sein.

Der Pass kann weggenommen werden und man steht dann nichts verstehend eine Stunden lang in einer Ecke; bis man endlich nach Fragen über Großeltern und Familienzusammenhängen  mit einem kleinen Visums-Zettel, der locker in den Pass gelegt wird, erleichtert durch die Passkontrolle gehen kann. Achtung: für die Ausreise erhält man auch einen, den man sicher lagern muss, ansonsten gibt es größere Probleme bei der Ausreise!

Doch dies ist sicherlich nicht immer für jeden Einreisenden mit deutschem Pass der Fall. Etwas beängstigend beim Anblick von Männern und Frauen in Uniform, bewaffnet und ernst drein blickend zu stehen, passiert sicher nicht jedem. Aber die Uniformierten sieht man noch öfter auch im Straßenbild- junge attraktive Frauen, die Waffen tragen, gehören zu Israel wie die Geschichte der Juden in alter und neuer Zeit.

die Ankunft in der Stadt entschädigt auf jeden Fall für jedweden Streß.

Das  mittelgroße Hotel Metropolitan liegt direkt am Meer und ist sehr ruhig, lockt nicht nur mit unglaublich riesigem Bufett, sondern auch mit Mitarbeitern, die  mehrsprachig und freundlich von billigen Großbussen nach Bethlehem und Jerusalem abraten.

Ein kleineres Taxi ist auf jeden Fall schön, weil man mit den maximal 6 Personen auch ins Gespräch kommt wie in einer Mini-Reisegruppe. Hier trifft sich die Welt!

Man  findet viele günstige Angebote in jedem Hotel über mögliche Ausflüge und sonstige wichtige oder interessante Möglichkeiten, wenn man einmal  hier angekommen ist.

Doch bevor man sich von Tel Aviv entfernt, ist diese bebende-musikalisch-sportliche und sicherste Stadt  für Weltenbummler großartig und muss unbedingt besucht werden: historische und futuristische Gebäude sind über die Stadt verteilt, große Parks und Erinnerungsmonumente lassen staunen, stillgelegte Großprojekte sind eigenwillige Kulissen und  rege Baustellen zeigen Extreme. Es gibt  Graffiti fast überall (besonders und farbenfroh mit Botschaften)  und  einen wunderschöner Strand mit Musik, alte und junge Sportaktive, Kinder und Menschen aus aller Welt, jeder Klasse und höchstwahrscheinlich auch jeder möglichen Religion.

Es herrscht ein reges und buntes Treiben, das die Augen verwundert betrachten. Die Stadt Jaffa lockt am Samstag mit großem Flohmarkt, Life-Musik und vielen Menschen, die auf hölzernen Barhockern Cocktails und Bier trinken.

Kaffee genießt man fast überall unter Heizsonnen auch draußen am Abend oder in urigen Kneipen, wo noch Schallplatten abgespielt werden und junge Leute diskutierend  und  sich umarmend treffen.

Schaufensterbummel sind einen Abendspaziergang wert, die ungesehene urige Mode zeigen.

Die Wellen versprechen Energie,  Kunstwerke im Sand spornen zu  Ah-Rufen an.

Geldwechseln kann man 24 Stunden lang an vielen Straßenecken per Automat ohne in ein Gebäude zu gehen, Geldautomaten hängen einfach an einer Hauswand befestigt.

So sicher und problemlos kann man nirgendwo auf der Welt Geld holen und wechseln! So sicher auch am Abend in der Stadt, kann man sich nirgendwo fühlen.

Der kleine Supermarkt verkauft die ganze Nacht, was immer man braucht. Die Preise sind günstig und erfreuen auch kleine Portemonnaies.

Der Schabbat von Freitag bis Samstag bringt im Hotel einen Fahrstuhl weniger für Menschen wie Touristen und Nichtjuden , bereichert das Bufett mit einer koscher Lebensmittelecke und führt dazu, dass viele freundlich aber ernsthaft aussehende Männer sich in Gruppen zusammen finden.

Besonders interessant ist der Fahrstuhl so oder so, da er nicht in der Reihenfolge von unten nach oben die Stockwerke angibt, sondern für uns durcheinander angereihte Zahlen für die Stockwerke bietet, die während der Fahrt mathematische Kenntnisse herausfordert und die Überlegung, welche Regel hier angewendet wurde.

Genau hinsehen ist angesagt!

Neben der Altstadt Jaffa nur einen kleinen Spaziergang entfernt am Strand entlang gibt es auch im neuen Teil der Stadt viel zu staunen:  Sehr breite Straßen, schöne Fußwege an Parks vorbei bis zum Museum oder einer der Galerien. Die Sommergalerie zeigt israelische Kunst und das Tel Aviv Museum of Art zeigt sich von außen schon großartig innovativ. Die Chelouche Galary ist ein echter Geheimtipp. Von außen ist die zuletzt genannte Galerie eher arabisch scheinend, auch der zeitgenössischen Kunst offen und modern.

Die Taxitagesfahrt nach Bethlehem und Jerusalem führt die Fahrgäste durch die Landschaft, die Lust auf einen längeren Aufenthalt macht. Gut 1 Stunde dauert die Fahrt und führt ohne große Komplikationen vorbei an Hügeln und grünen Wäldchen  zum ersten Stopp auf die Aussichtsplattform, die die goldene Kuppel im Hintergrund zeigt. Für einen Moment übernehmen Gefühle den Blickenden und es rollt  bei so manchem eine Träne beim Anblick dieser so sehr besonderen historischen Kuppel mit Klagemauer.

Die Berührung der Klagemauer ist wie ein tiefes Versprechen, Männer und Frauen getrennt.

Das Gemurmel, die Gebete, die Suchenden, die Zettel in Ritzen der Klagemauer vergisst man nie mehr.

Die Altstadt ist in  verschiedene Viertel gegliedert und von Krieg und Tod keine Spur. Friedlich scheinen hier die muslimische, jüdische, christliche und armenischen Bewohner, vielleicht, weil sie von einer Mauer umgeben sind.

Die Zitadelle ist wie alles, was man erblickt genauso wie überall auf Fotos abgedruckt und in Zeitungen oder dem Fernsehen, nur geht alles tiefer unter die Haut. Nirgendwo sonst ist Glauben, Lieben, Gemeinschaft und Beten und Geschichte und Heute und Gestern so tief in jedem Atemzug und jeder Stufe, jeder Wand und jedem Gebäude und im Betrachter. Nie kann man näher der gesamten Welt sein und Politik, sich selbst und der Menschheit wie hier.

Kein Wunder, denn hier sind alle Konfessionen zu finden, vielleicht ist Jerusalem deshalb auch so spürbar aufgeladen mit Energie?!

Es finden sich  ultra-orthodoxen nicht-zionistischen Juden und  orthodoxen zionistischen Juden,  Drusen, Sunniten, Schiiten, Aleviten,  Griechisch-Orthodoxe, Russisch-Orthodoxe, Georgisch-Orthodoxe, Syrisch-Orthodoxe, Griechische Katholiken, Altkatholiken, Römische Katholiken, Lutheraner, Anglikaner, Armenier und Äthiopier in dieser Stadt.

Eben unglaubliche Vielfalt, die demütig macht.

Nach einem wohltuenden Tee und kleinem Snack geht es weiter nach Bethlem.

Hier in Jerusalem spielt sich trotz emotionellem Gang zur Grabeskirche vorbei am arabischen Markt und in der Kapelle und dem unglaublich berührendem Sterbeort wenig Trauriges ab. Beginnt  doch hier für Christen mit der Auferstehung die Erlösung.

In der Tat reisen unendliche viele Menschen aus allen Ländern nach Jerusalem, um sich selbst,  ein Stück Stoff oder persönliches Accessoire auf einer ausgewiesenen Stelle mit Marmorplatte mit Gebeten murmelnd zu reiben und ihren Kopf darauf zu legen,  genau dort wo Jesus gelegt wurde, nachdem man ihn vom Kreuze nahm.

So  unendlich viel Kraft und Schönheit ist im Raum der Gebete. Ehrfurchtsvoll betritt und verlässt man diesen Platz. Hier und nur hier erhält das Wort „ heilig“ selbst für Religionsfremde eine ungeheure Dimension.

Vom Sterben, Nachdenken über jüdisches Schicksal und Schindlers Liste  und der großen Frage aller Fragen nach Gott und wer wir Menschen sind, geht es in kurzer Fahrt weiter nach Bethlem.

Der Geburtsort im palästinensischen Landesteil führt vorbei an einem Wachturm und hohen Mauer. Friedlich und ohne Zwischenfall erreicht man die Geburtskirche und steht andächtig wie alle anderen Besucher vor dem Altar über dem Stern der Geburtsgrotte.

Man sieht auch die wunderschöne Omar-Moschee am Platz draußen nach dem Verlassen.

Die Rückfahrt nach Tel Aviv merkt man kaum, so angefüllt und voller Gedanke ist man überrascht wie schnell eine Stunde vergehen kann.

Wer nach Israel reist, sollte unbedingt  viel Zeit einplanen. Kein Land bietet so viel!

Tel Aviv ist eine so wunderschöne, lebendige und sichere Stadt, die dazu verführt, doch noch einmal wieder zu kommen und sich dann in das Nachtleben der Stadt zu werfen oder mehr von Israel zu erleben.

Zum Weiterlesen hier zwei Webadressen

 

http://israel.ammkla.de/html/body_orte_jesu_9.html

http://www.land-der-bibel.de/bethlehem/bethlehem.htm

@VeRA

Fuerteventura oder am Ende der Welt

Fuerteventura oder am Ende der Welt dem Winter entkommen

Egal, wohin man der Kälte entkommen möchte, die Kanaren sind ein relativ schnell zu erreichendes Ziel. Gute 5 Stunden mit Boarding und Flug, schafft man es von Hannover dorthin – billig gebucht.

Doch welche Überraschung: vor der Landung schon breitet sich eine hügelige Welt vor dem Fenster im Flugzeug aus, die ihres gleichen sucht. Brauntöne wohin das Auge schaut und gefaltete Krustenoberflächen wie aus einer anderen Welt.

Nur gute 100 km von der marokkanischen Küste entfernt, empfängt diese kanarische Insel mit einem ziemlich großen neuen Flughafen die Reisenden sehr professionell.

Verschiedene Abholer stehen mit Schildchen am Ausgang, Reisegruppen pilgern zu verschieden bekannten Reiseführerbussen, Eingeweihte kaufen billig noch schnell Zigaretten, Alkohol und Parfüm ein und ein paar Einheimische werden liebevoll empfangen. Doch wer jetzt Spanisch zu hören erwartet wird enttäuscht!

Deutsch, Englisch, Russisch und nordische Sprachen ertönen;  und es bleibt unschwer zu erkennen, dass die Insel wohl offensichtlich vom Tourismus lebt.

Und  bei der knapp einstündigen Fahrt kommt einem in den Sinn, dass es hier wohl auch nicht viel mehr gibt als Urlaub am Strand.

Keine Bäume, keine Tiere, keine Geräusche, nur grenzenlose Weite mit Bergen und Hügeln braun- in –braun –  für manch einen eher deprimierend.

Jede Hotelanlage bietet dagegen aber eine verträumte Palmen-Beach-Pool- Umgebung an, gern auch all inklusiv, die für Augenblicke den Alltag und die eigentliche Umgebung vergessen lässt.

Auf jeden Fall sollte man sich ein Auto zu mieten für 40 Euro schafft man die ganze Insel. Besonders schön ist die kleine Stadt Antigua, denn hier gibt es nicht nur eine nette Apotheke, die hilfsbereit und ist, sondern es lockt gleich daneben eine kleine Bäckerei mit frischen Kaffee und begrenztem aber leckerem einheimischen Kuchen und Keksen. Auch das besondere Biotop des Garten- Oasis- Tierpark lockt für gelangweilte Inselbesucher mit einem nicht ganz billigen Ritt auf dem Kamel. Der Eintritt selbst in dieses Grün-In-Grün-Paradies ist allerdings nicht billig. Man wird gut und gern 90 Euro los, wenn man alle angebotenen Plätze besuchen möchte. Von Delphin-Show, Affengehege, Park und Eintritt ausgehend, ist das ziemlich teuer, aber ein kleiner Bereich mit Brücke und Wasserfall ist kostenlos zu besuchen ebenso das Gartencenter.

Aber außerordentlich reizvoll und kostenlos sind die  Naturdünen  bei Corralejo, wie die Sahara unglaublich grenzenlos, direkt am Meer in der Nähe des Hafens gelegen.  Eine unglaubliche  Weite mit gelbem Sand, so etwas Naturgewaltiges plötzlich aus dem Nichts auftauchend im Auto,  ist wirklich außergewöhnlich schön und nicht nur eine tolle Fotokulisse.

Der Hafen Puerto de Rosario und die dortigen Häuserfluchten laden zum Spazieren und Essen ein.  Die Aida und andere Kreuzfahrtschiffe liegen dort vor Anker. Es sind folglich viele Touristen unterwegs.

Wer die Stille sucht,  kann durch den großen Nationalpark Parque National Jandia wandern, der kein Park sondern raue braun-schwarze Felsen  vor einem auftauchend bietet. Wer sportlich ist, kann ich hier auch joggen bis die Welt untergeht- oder die Sonne…

Alles in Allem heißt es, sich für die windigen Tage im Januar und Februar warme Jacken mitzunehmen;  und sich ab und zu einfach mal zu Fuß zu bewegen am Strand entlang, der Wind bläst hart und unerbittlich im Winter und wohl auch im Sommer, so sagen die Einheimischen.

Die Region Jandia bietet einen guten Standort für die Beobachtung des Sonnenaufgangs und lange Spaziergänge am wilden Atlantik über Steine, vorbei an kleinen Höhlen;  von Esquinzo bis Morro Jable  ist dies ein toller Ausflug.

Wer Vegetation auf der Insel erwartet, wird enttäuscht. Aber es gibt Versuche von Aloa Vera Plantagen und  man erfährt viel über die Herstellung von herrlich-leckerem Ziegenkäse.

Diese älteste Insel der Kanaren soll vor gut 20 Millionen Jahren entstanden sein, aus einem Vulkanausstoß geboren. Das Gefühl auf solch einer alten Insel zu wandern provoziert auch Gänsehaut  ohne Wind.

Doch die Insel hinterlässt auch Leere, wie man sie außen sieht.

Nichts für leicht depressive Menschen. Es ist eine raue Insel. Die Bewohner treffen sich offensichtlich eher im Supermarkt als im Restaurant oder in ihren viereckigen auf braun-schwarzem Sand gebauten Flachdachhäusern, die wie Punkte in die Landschaft gestellt wirken. Außer LKW, Bussen, Taxis und PKWs sieht man kaum Menschen außer Touristen unterwegs.

Wer einheimische Küche sucht, wird enttäuscht. Dafür gibt es viele auf Touristen eingestellte Restaurants und Cafés.

Einheimische verdienen im Durchschnitt 1200 Euro, die Hotelanlagen gehören meist spanischen Festlandangehörigen und große Supermärkte verkaufen billig Eurowaren. Die Mieten sind durch den Tourismus sehr hoch  und Mietwohnungen rar für Einheimische und das Leben hart und voller Verzicht. Das Leben für die Menschen auf der Insel ist das Gegenteil zu dem, was Touristen im Land erleben: viel essen, trinken, billig wohnen und genießen.

Doch es gibt auch Angenehmes.

An der Küste trifft man auf  Streifenhörnchen, die einem zahm und fast zärtlich aus der Hand fressen. Flink und lustig wohnen sie in Felsen und gar Beton der Straßen: eben dort, wo sie auf Menschen treffen, die sie mit Nüssen füttern.

Hunde gibt es selten, Katzen eher dort, wo Hotels angesiedelt wurden. Geckos und Fliegen gibt es kaum sichtbar im Winter.

Am Meer sieht man alte Raben, Krähen, Möwen und ab und zu vielleicht mit gutem Auge im Wasser auch Wale.

Übrigens müssen Schüler, die weiterführende Schulen besuchen wollen, die Insel verlassen- nicht nur Urlauber also.

Tröstlich blickt man zum Abschied auf große uralte Kakteen, schöne Blumen und Pflanzen, Palmen und Meer  und das Hotel- und weiß spätestens beim Abflug: Fuerteventura bietet ein schöne Erholung, aber ein zweites Mal braucht man es nicht.

Fuerteventura,  eher eine Rentner- Insel für viele Deutsche, lohnt keinen zweiten Besuch, wenn man kulturell interessiert ist und einige Reisen getätigt hat. Dennoch trifft man hier und da auf Auswanderer, die Deutschland den Rücken gekehrt haben und dort leben.

Madeira ist sozusagen das Gegenteil : die sogenannte Blumeninsel- nur dort kann man nicht am Meer entlang gehen. Wer auf Madeira das Meer sucht, kann es nur anschauen oder bei einigen Hotels ein kleines Stück davon genießen.

Dagegen ist Madeira eine Reise wert, wenn man einen Zwischenstopp auf Reisen einlegen möchte. Dort gibt es hohe Felsen und Tunnel, die atemberaubende Landschaften freilegen.  Blumen und Artenreiche Insel lockt wirklich mit Allem, was man sich erhoffen könnte.

Im Innern der Insel  Madeira oder hoch auf den Hügeln gibt es tatsächlich Orte, wo kaum Touristen zu finden sind und eine ausgezeichnete Küche,gar nicht teuer , mit gutem Fisch und frischen Kräutern angeboten wird.  Wenn man denn mutig allein dort losmarschiert.

Doch die Welt ist zu groß, um sich lange mit den Kanaren aufzuhalten.  Die nächste Reise ist schon geplant!

Viel Spaß und bis  bald!

@ VeRa

Jahreswechsel in Indien

Eine Erinnerung, die für immer bleibt

Trivandrum Südindien

Mit dem großem Flieger mit Stopp in Dubai erwartet jeden Indien – Reisenden hier die große Überraschung. Auf dem Weg in das privat gemietet Zimmer findet man sich nach Taxifahrt mit lustigen Bildern und Figuren, betäubender indischer Musik und netten Fahrern (es fahren immer zwei vorne im Taxi mit, da Freunde und Familie den kostenlosen Trip zum Einkaufen in der Stadt nutzen) plötzlich an einem tobenden Meeresstrand mit fast europäisch wirkendem Treiben und irgendwie deplatziert wirkender Promenade wieder.

Unglaublich weißer Sand, so nah am Zimmer, mit riesigem Balkon ohne Fernsehen, aber mit Kühlschrank, lädt zum sofortigen Fußmarsch durchs Wasser ein. Jetzt im Winter ist die Außentemperatur feucht warm bei über 30 Grad und ein kühles Bad lockt. Doch das Wasser ist ebenfalls sehr warm.

Nach dieser Kurzbesichtigung am Strand wird kalt geduscht mit Wasserbehälter, den man füllt und über sich gießt, weil der Duschkopf schon lange deinstalliert wurde – aber die europäische Toilette funktioniert. Wer braucht schon Luxus, wenn er die schönste Aussicht überhaupt hat; das tosende Meer nur einige Schritte entfernt!

So frisch gemacht, in leichte Kleidung geschlüpft geht es ins typisch deutsche Café mit großen frisch dampfenden amerikanischen Kaffeekannen auf dem Tisch und kaltem Zitronendrink in den ersten Tag voller Staunen.

Bunte Kleider, englisch-spanisch-französische Sprachen im Ohr folgt man den Fußball spielenden Jugendlichen am Strand mit freudigen Blicken, bewundert den ein oder anderen Touristen, der in der starken Sonne brät oder auch die mondän dahin schreitenden möchte gern indisch-wirkenden mit Tüchern behangenen weiblichen Touristen.

Was alle hier aus der ganzen Welt eint, ist der Spitzenplatz vor Sri Lanka für eine einmonatige oder mehrmonatige Ayurveda Kurs. Allerdings gibt es auch Menschen, die hier überwintern, aus Belgien und Deutschland, aus den Niederlanden und Spanien, aus England und der Schweiz. Somit ist die Altersgruppe, die sich dieses leisten kann, eher weiblich und eher älter.

Doch bevor die erste Ayurveda Anwendung erfolgt als wohltuende entspannende Massage, spricht man mit dem Ayurveda Arzt. Dieser untersucht sehr gründlich und man hat viele Fragen zu beantworten.

Danach wird die Ayurveda Anwendung täglich jeden Vormittag festgelegt. Wer je eine richtige Ayurveda Massage erleben durfte, weiß, dass man danach so müde ist als hätte man drei Stunden Leistungssport betrieben oder einen mehrstündigen Marathon. Die Muskeln sind durchgeknetet, der Kopf ist müde, die Gedanken kreisen im Dunkeln und man möchte nur schlafen.

Jeder Ayurveda Massage folgt eine Ayurveda Diät, Rauch- und Alkohol frei geht es wochenlang jeden Tag aufs Gleiche morgens zum Ayurveda Center. Danach ein Schläfchen, Schwimmen und Essen. Abends gemütlich Spazierengehen und leichte Kost. Trotz Essen und ohne großen Verzicht, verliert man dank Ayurveda und Stoffwechseländerung in kürzester Zeit mehrere Kilos je nach Typ. Außerdem fühlt sich der eigene Körper nicht nur gestrafft an, sondern ist es auch.

Allerdings arbeitet diese Art der Therapie nach – und der Kopf beginnt, wenn man nicht meditiert oder Yoga begleitend durchführt, sehr in Aufruhr zu geraten. Aber auch dies bringt ungewohnte und neue Erkenntnisse mit sich. Seele und Körper werden gleichzeitig massiv stimuliert.

Ausgeruht, entspannt, entgiftet und Beschwerden frei reist man wieder ab.

Doch vorher sollte man einige der wunderschönen Plätze besuchen die sich Trivandrum genannt Thiruvananthapuram  als Hauptstadt von Kerala befinden.

Eine Tour in die Mangrovenlandschaft auf dem Fluß, mit einer  Pause auf der langen Sandbank, der das Salzwasser vom Süßwasser trennt, ist empfehlenswert. Mit dem Boot gleitet man vorbei an Familien, die in dem in allen Grünfarben schildernden Flusswasser baden, waschen und sich vergnügen.

Auch gedankenverlorene Fischer kann man sichten und die anmutig wie gemalt auf alten Ästen sitzende Vögel ähnlich den Kormoranen.

Seltene Reiherarten, besondere Storchenarten als auch dunkle Finkenarten lassen sich mit viel Glück erspähen bei solch Bootstour.

Beeindruckend ruhig gleitet das Boot durch diese verträumte Flusslandschaft und  wieder zurück. Buchen kann man solche Touren auch als Einzeltour ohne andere Touristen für sehr wenig Geld.

Überhaupt lässt es sich in Indien gut leben, im Verhältnis zu Deutschland ist alles sehr billig, so dass ein langer Urlaub möglich und auch zu empfehlen ist, wenn man ein wenig von Indien kennen lernen möchte.

Zurück in Kovalam am Strand des Arabischen Meeres und der Light House Beach genießen viele dann den Sonnenuntergang bei gutem Essen.

In Trivandrum Stadt gibt es nicht nur ein großes Kaufhaus, sondern wie überall in Indien eindrucksvolle Tempel, den besonderen Padmanabhaswamy-Tempel, aber auch das Napier Museum. Als Nicht –  Hindu kann man allerdings den eindrucksvollen Tempel nicht betreten, aber auch von draußen ist das Gelände und Gebäude eindrucksvoll anzusehen.  Respektvoll kann man den Gläubigen zusehen, wie sie die Alterskleidung ablegen und in weißen Gewändern die Treppen zum Tempel hinaufklettern.

Aber auch die wenigen christlichen Kirchen sind eindrucksvoll und besonders interessant, wenn man einen Tag erwischt, an dem innen ein Chor singt.

Hier am fast südlichsten Punkt Indiens gibt es außer Teeplantagen weiter im Inland so manches zu entdecken, das nicht im Reiseführer steht. So sieht man zurück gezogene Inder und Yogi, aber auch Europäer, die in der Wildnis leben.

Besonders sind auch die typischen Schulen für die besondere langjährige Ausbildung im einzigartigen Klassischen Kerala Stil Tanz dem Kathakali und Kutiyattom. Die sogenannte Margi Organisation hält sich strikt an uralte Gesetze der sehr harten und langen Ausbildung durchgeführt von besonderen Lehrern und Gurus.

Die Ästhetik einer solchen Performance zieht jeden Zuschauer absolut in seinen Bann, denn die Gestik und Mimik der Tänzer ist ungeheuer spannend und mitreißend.

Dieser Teil Indiens kann sich als einziger Distrikt „kommunistisch gewählt“ nennen und dies spiegelt sich in guten Bildungschancen für alle Kinder wider.

Nicht nur gut ausgebildete Jungen toben am Strand, sondern auch die Mädchen lernen eifrig und freuen sich auf Abitur und Studium und lernen. Aber die Gruppen von Mädchen benötigen noch immer eine ältere Frau, die sie begleitet in der Öffentlichkeit. Überhaupt haben Frauen noch immer nicht die gleichen Rechte und können nicht gleichberechtigt im Land leben.

Wer über einem der vielen Shops an der Promenade wohnt, kann  oft im Hinterbereich der Läden beobachten, wie der Vater das Geld kassiert und verwaltet und hinten die Tochter lernt und die Mutter als Beraterin die zumeist weiblichen Kunden „ berät“.

Wenn man eine Party am Ende des Jahres und jeden Tag ein anderes Bild sucht ohne Fernsehen, dann ist Trivandrum das absolute Must Do! Tagelang wird gefeiert, Merry Christmas gerufen und die jungen Männer feiern tagelang verkleidet im Wasser und auf Booten. Jeden Tag und jede Nacht gibt es andere Dinge zu erleben.

So die Fischer wie sie die Netze singend einholen und sich über Hilfe freuen. Der Gesang und diese Gemeinschaft der Fischer erzeugt wahre Gänsehaut , man erstarrt ehrfürchtig vor dieser uralten Tradition und dem Lebenskampf dieser Männer.

Ein absolutes Erlebnis ist das Neujahrsbad in einer Menschenmasse von Hunderten von Indern, die im Sand Neujahrsburgen bauen, Herzen formen und laut schreiend HAPPY NEW YEAR zurufen und in die Hände klatschen und unbedingt jeden umarmen wollen.

So warm und überschwänglich, erlebt man nur einmal und zwar genau hier:

Echt indisch den Jahreswechsel!

In diesem Sinne, gern noch einmal: HAPPY NEW YEAR!

@VeRa

Piemont IVREA (2)

Jahreswechsel in Piemont in der verträumten Stadt  Ivrea

(siehe auch Blog Oktober 2017)

Italien ist immer schön, sagen Kenner. Auch wenn man nicht Skilaufen möchte, lohnt sich der Norden im Winter.

Piemont im Nordwesten Italiens ist die größte Region des Stiefels und grenzt an die Schweiz, Frankreich, an Ligurien und Emilia- Romana, die Lombardei und das wunderschöne Aosta -Tal. Das offizielle Symbol ist die Benediktinerabtei di San Michele. Der hohe Monte Rosa ist weithin wie Teile der Alpen zu sehen. Man spricht auch von der wunderschöne Po-Ebene Piemont.

Flüge gen Hauptstadt Turin finden sich schnell und günstig, Automiete und auch Zugreisen sind einfach zu organisieren und die Fahrt gen Ivrea dauert nur ganze 30 – 40 Minuten. Allerdings brauchen Fahrer ruhige Nerven tagsüber, da am Wegrand viele Prostituierte, eben auch im Winter kaum bekleidet auf  Plastikstühlen sitzend oder daneben stehend, ihre Dienste an der Landstraße anbieten.

Wenn man Mautstationen auslassen will, ist die Fahrt noch einmal so schön. Zwischen urigen Dörfern, weiß gekleideten Feldern umrahmt von wunderschöner Landschaft der Berge, liegt ziemlich gut gelegen auch ein mehr als günstiges Hotelchen, in dem die Mitarbeiter sogar Wasserkocher aufs Zimmer stellen, Schokolade bieten und den besten Service, den man sich wünscht.

Aus diesem Grund, auch weil es ruhig gelegen ist, mit Balkonen, sehr sauber und nettem kleinen Frühstück, sollte man im Hotel la Villa übernachten.

Die Stadt Ivrea bietet neben dem schon einmal beschriebenen Olivetti Gründerhaus und dazugehörigen Museum, eine fast wie Prag wirkende Altstadt, mit Kathedrale Santa Maria Assunta, einer uralten ehemaligen Steinstadt in der die Zeit stehen geblieben scheint und die wie aus dem Märchenbuch wirkt.

Cafés und Altstadt voller kleiner Geschäftchen und Bars laden in der Stadt zum Aufwärmen ein.

Zu besichtigen ist darüber hinaus die Kirche San Bernadino und Chiesa di San Grato als auch das Castello von Ivrea, das Labirinto del Castello di Masimo, von wo man einen wunderschönen Blick auf die Landschaft mit den Bergen mit dem Hintergrund hat. Das Museum der Stadt ist außerordentlich interessant und bietet verschiedene Ausstellungen.

Der Bummel am Fluss bietet bei jedem Wetter ein ausgesprochen hinreißendes Fotomotiv, wie man es selten findet. Die Brücken mit dem dahingleitenden Fluss Dora Baltea lassen für Augenblicke die Welt vergessen und man mag sich nicht wegdrehen.

In Ivreas Nachbarschaft gibt es einen kleinen verschlafenen Ort namens Montestrutto. Hier findet im Winter ein sehr ungewöhnlicher Wettbewerb der Bewohner statt: Man stellt Krippen aus, aus Papier, Glas, Porzellan, Plastik, Holz und Stein, in jeder Größe, mit Licht und ohne, eine unglaubliche Vielfalt des christlichen Motivs. Gleichzeitig ist der Ort wie ein lebendiges Museum, viele Hinterhöfe öffnen die Türen und ein kleines lebendiges Museum ist dadurch genau hier zu erleben, eine wahre Zeitreise.

Die Bewohner kultivieren seit Jahren in dieser doch eher kalten Region Italiens eine besondere Olivenart, die nur dort wächst und zu allerfeinstem Olivenöl verarbeitet wird. Der Ort liegt unterhalb eines riesigen Felsmassivs, der im Sommer viele Kletterer anlockt und ist dieser Sportgruppe sehr bekannt.

In anderer Nähe zu Ivrea liegen wunderschöne Seen wie der Lago Sitio, der Lago di Viverone und der Lago Mucrone, die wunderschönen kurvenreichen Anfahrten bieten, mit unerwartetem Panorama.

Wer den Sommer als Reisezeit bevorzugt,  kommt in den Genuss dort zu segeln oder zu baden und verpasst dann hoffentlich nicht das Spektakel der legendären Orangenschlacht in der Stadt!

Für Shoppingfreunde bietet das Einkaufscenter Bennet auf zwei Etagen viele Angebote und auch neben klassischen Burger, chinesische und gute italienische Küche in dazugehörigen Restaurants.

Ja die klassischen grünen Nudeln und besonders zubereiteten Linsen bekommt man wie den Panettone mit klassischem Schaumwein nur bei Einheimischen zu Hause. Wie gut, wenn man in Italien Freunde hat!

Genüsslich beim Tee vor dem offenen Feuer lässt es sich bei netten Gesprächen mit Einheimischen gut aushalten. Viele Häuser haben hier im Norden Kamine, die sehr besondere Atmosphäre schaffen im Winter, wie man es in Italien sonst nicht kennt.

In diesem Jahr gab es übrigens in Turin selbst zwar kein Feuerwerk in Gedenken der Opfer von 2017, die beim Public Football Viewing verletzt und getötet wurden und auch aus Vorsicht, dafür aber eine hinreißende Lichtershow: alle Gebäude wurden herrlich angestrahlt und erglühten in besonderem Licht.

Ivreas Bewohner ließen den Jahreswechsel laut und eindrucksvoll mit lautem Knall und Feuerwerk am Silvestertag erleben. Ganz so wie es trotz aller furchtbaren Geschichten in der heutigen Zeit besonders schön nur am Jahresende sein kann. Der Himmel glühte rot, grün und golden!

Alla prossima carissima bella Italia e Buon Anno a tutti!

@VeRa

PS Eigene Fotos werden nicht veröffentlicht

 

Erinnerungen an den Sommer KUBA

Die lange Flugzeit von Hamburg nach Kuba bis zum Flughafen Jose Marti Habana lohnt sich!

Warm erdrückend und „mückend“- so viele Mückenstiche wie nie zuvor kaum angekommen zur Begrüßung, damit sollte man in der Regenzeit rechnen.

Doch die frische Meerluft nach der über dreistündigen Busfahrt  in Varadero angekommen, entschädigt immer.

Frische Ananas und Pina Colada zur Begrüßung und ein Traum von Strand im Halbdunkel erkennbar, wunderbar erfrischend und leise rauschend, macht trotz langer Reise Lust auf frühes Aufstehen.

Gleich am frühen Morgen muss man den kilometerlangen Sandstrand bewandern. Ein Traum wird wahr! Wären etwas später nicht vereinzelt Touristen aus aller Welt zu sehen, könnte dies der perfekte Ort für eine lang geplante Auswanderung sein.

Wunderbar lässt es sich träumen im Royalton Hicacos, wo Luxus pur herrscht. Die Fantasie und Auszeit kann nun ihren Lauf nehmen, mit Lunch im Seafood Restaurant oder einem Dinner bei Jazz Musik. Arbeit und Stress will man hier willig ablegen, sich befreien für kurze Zeit.

Ja, so lässt es sich aushalten, doch einmal auf Kuba, gilt es auch die Insel selbst zu entdecken. Es gibt so viel zu sehen!

Zuerst den roten Touristenbus besteigen. Die ist eine günstige Gelegenheit auch für Einheimische (die kostenlos mitfahren) man kann hier und da aus -und wieder einsteigen, kleine Einkaufszentren erkunden und den kleinen Hafen sowie die völlig überlaufene Stadt Varadero (Sommer ist auch Ferienzeit auch für die Kubaner. Sie lockt  mit Holzhäusern, engen sandigen Straßen und den Blick auf Armut neben Touristenshoppingecken. Sie zeigt großartige Architektur, aber vor allem landestypische Oldtimer und Menschen im Alltag.

Mit der Nauta Karte für 1 Stunde W-LAN aufgeladen, von hier aus Grüße verschicken und im Shopping Center  „Plaza America“ wandern und im draußen die wunderschöne Golfclubanlage beim Warten auf den Bus bewundern.

Weiter geht’s.

Das „Hicacos Centre „ist klein, dafür direkt am Meer und lockt die Einheimischen und hier verirrten Touristen in den Schatten bei Eiscreme und Softdrinks . Eine einzige Bank wird von einer müden Familie belagert. Sie dösen in der Mittagshitze und warten auf das Bad bei Nachmittagssonne. Nur Touristen gehen um diese Uhrzeit spazieren oder ans Meer!

Auf dem Korridor schnell eines der ersten Fotos mit Che gemacht, der jedem Vorbeigehenden wie fast überall auf Kuba anlächelt.

Zu kaufen gibt es außer Rum hier nichts, was man gebrauchen wollte oder könnte, aber ein paar Postkarten müssen es doch sein. So oft kommt man schließlich nicht in diese Region, die nur zwei Stunden von Kanada entfernt liegt. Selbst Weltreisende verirren sich selten hier, wie generell auf mittelgroßen Inseln. Kuba ist auch zu teuer für viele, die länger auf Reisen gehen.

Alle Taxis sind in staatlicher Hand, doch wer Spanisch spricht, ist im Vorteil- durch die zwei Währungen ist für Touristen alles sehr teuer auf Kuba und wer handeln kann, spart.

Es gibt eine Währung für die Einheimischen und eine für die Touristen. Dies lässt sich ebenso umgehen wie staatlich geführte Kiosks oder Stände. Dort arbeiten anders als anderswo angestellte Kubaner, ein Handeln ist hier nicht möglich.

Sehr selten trifft man überhaupt auf Eigentümer,  außer bei den vorbei fahrenden Oltimeranbietern. Die sind dann auch gefordert alles selbst zu tragen: zum Beispiel Reparaturen. Sie müssen auch höhere Steuern fürchten. Staatliche Taxis sind immer gut ausgestattet und sicher. Die Fahrer sind wie in Deutschland gewohnt, das Taxameter einzuschalten.

Der Überlandbus kostet viel weniger, dauert aber leider auch viel länger. Bei nur 14 Tagen muss man sich anstrengen, möglichst viel zu sehen und sollte keine Zeit verlieren.

Matanzas

Das sogenannte Athen Kubas gilt als der Geburtsort der kubanischen Tänze und auch hier trifft man auf das Wandgemälde von Che Guevara in Übergröße.

Hier erlebt man sehr saubere Straßen, wundervolle Brücken, den Freiheitspark mit Museum, und das von einem Deutschen gebaute Aquädukt.

Allerdings trügt die Schönheit, denn ein großes Kraftwerk befindet sich auch hier, und Ölbohrungen sind auf der Hin und Rückfahrt sichtbar.

Dieser Ort wird hauptsächlich von solchen Kubaner bewohnt, die es sich leisten können. Das sind die, die Touristenwährung verdienen und die sich die ab ca. 65 000 Dollar teuren Häuser überhaupt leisten können.

Das absolute Highlight ist die Tropfsteinhöhle (Bellamar) mit ihren dunklen geheimnisvollen Gängen, glasklarem grünlichen kalten Wasser im Innern und bizarren Formationen der Natur.

 

Castello San Severino

Die ehemals sehr große Festungsanlage am Meer lässt die Kraft und Macht, die auf Kuba herrschte. erahnen und eben auch die Zeit der Sklaven und ihre leidvollen Wege. Eine kleine Erinnerungsausstellung im Innern erinnert daran.

Die im 16. Jahrhundert bestimmt von eben solchen Sklaven erbaute Anlage ist ein wichtiger Gedenkort auf Kuba und ähnelt Kunta Kinteh Island bei Gambia auf dem afrikanischen Kontinent. Der grausam erzwungene Weg der Sklaven wird beiderorts nicht vergessen.

Cardenas

 

Auf dem Weg zu Cardenas sollte man den Friedhof besuchen, der zwischen Matanzas und Cardenas liegt. Er ist nicht so imposant wie der Friedhof Christobal Colon, dafür ist man in der Regel allein dort und hat Zeit, den wunderbaren Eingang als auch die kleine Kapelle und die sogenannte „ Wohngräber“ anzusehen; wie man sie auf Sizilien findet, dort ganz in weißem Marmor gehalten, hier aus Kalkstein und Marmor gebaut.

Wer Friedhöfe als kulturelles Erbe sieht, kommt hier auf seine Kosten.

Die Hafenstadt Cardenas war einst der Ausgangsort der größten gewaltlosen Proteste gegen Fidel Castro. Es waren Proteste der armen Frauen, die lärmend auf Kochtöpfen klopfend durch die Stadt liefen( ca. 1962).

Die Armut war seinerzeit erträglich und ist heute insofern abgeschafft, da jeder über Essensmarken versorgt wird und auch Unterstützung für die Unterkunft und Transport erhält. „ Es geht uns nicht schlecht und wir sind ein glückliches Volk und haben eine so sichere Insel!“, wird man von Einheimischen erfahren, wenn man sie fragt. Die Menschen sind zufrieden und Klagen hört man nirgendwo.

In der Kathedrale von Cardenas kann man seine Gedanken sortieren, den Schatten genießen und wenn man Glück hat auch ein Schwätzchen mit älteren Kubanern halten, die von Besuchern aus der ehemaligen DDR erzählen.

Der Ort wirkt ruhig und gelassen ohne Hektik.

Die bunten Häuser täuschen insgesamt aber nicht darüber hinweg, die zwischen staubigen Straßen liegen, dass immer noch viel zu tun bleibt. Auch wenn vielerorts versucht wird, zu modernisieren und neue Wohneinheiten auf dem Weg zu sehen sind.

Gleichzeitig fühlt man die starke Verbundenheit gerade hier, die die Kubaner mit ihrer Stadt und ihrer Insel haben:  Grüppchen von Frauen pausieren lachend und scherzend an der Straßenecke, Männer sitzen auf bunten Plastikstühlen und rauchen. Sie trinken Bier und scheinen sich in ihre Gespräche ernst zu vertiefen und ihre Außenwelt gar nicht wahrzunehmen.

Ruhe und eine seltsame Tiefe erfährt der Betrachter, wenn er sich einlassen kann auf das, was er sieht-  und nicht versucht, dies in ein Foto zu pressen.

 

Fischerdorf Coji Mar in der Nähe von Havanna

 

Eine wunderschöne Uferpromenade breitet sich aus und Ruhe, die einst Hemingway zum Schreiben nutzte- es  lässt dieses Fischerdorf einzig sein, mit seinen bunten Häusern am Fluss, der Brücke und dem Blick auf kleine Fischerboote im Wasser.

Kuba hat Hemingway mit einer Bronzestatue ein Ehrenmal genau hier gesetzt, wo er wohl seinen „ Fischer und das Meer“ ansiedelte. Die Münzen, die Kuba ihm zu Ehren prägte, sucht man aber vergebens.

Dieser Ort lockt jährlich Touristen, so dass der frühe Morgen die beste Zeit ist, ein wenig der einstigen Luft zu einzuatmen, die große Männer wie Hemingway und Fidel Castro genau hier ebenso einsogen.

Havanna

 

Vom Fischerdorf ist es nicht mehr weit bis Havanna. Vorbei an Königspalmen und Faßpalmen, Zedern und blauem Palisander, feuerrotem Bougainvillea führt der Weg über die nun schon volle Straße gen Hauptstadt.

Über Havanna gibt es so viel zu lesen. Aber nur wenige Menschen beachten bei dem Durchwandern der Stadt die kleine Wandfigur, die an den römischen Mund erinnert, in den man seine Hand stecken soll. Hier in Havanna ist es tatsächlich ein Briefkasten, fast unbeachtet von den meisten Touristen; ebenso auch die ehemaligen Kanonen, die als Abgrenzung und Dekor aufgestellt sind, an die viele Touristen gleichgültig vorbei gehen.

Die Stadt ist auf Sanierungskurs: hier und da finden sich Absperrungen und verhüllte Gebäude, viele Baustellen.

Die typischen Pferdewagen sieht man hier nicht, aber einen XXL- Koloss von Kreuzfahrtschiff, das aussieht, als würde es gleich die Altstadt durchqueren. Bei aller Kritik ein besonderer Anblick des heutigen Tourismus, der vor gar nichts zurückschreckt. Fast gespenstisch wirkt der Liner so mitten am Rande der Altstadt angelegt.

Havanna ist vollgestopft mit Touristen und es ist gut einen Ortskundigen dabei zu haben, der die wahren kleinen Oasen ansteuert, die kaum beachtet werden.

So findet man sich wie nebenbei auf einem kleinen Marktplatz wieder, der wie der Plaza Catedral irgendwie dann aber keine Fotokulisse für ein Selfie mehr ist, sondern ermutigt,  in Eingänge daneben zu schauen, in den die Bewohner Tische und Stühle, Pflanzenkübel und Fahrräder aufgestellt haben. Es spielen Kinder im Hinterhof und emsig schiebt sich schließlich, die Touristen missachtend, eine Schülergruppe durch die Gassen nebenan.

Weißgekalkte Gebäude, flache blau gelbe Rundfenstergebäude, Hochhäuser und Parlamentsgebäude, Statue, Cayo Hueso, Plaza de la Revolucion, Plaza Vieja, Jesus Maria, Prado, Kirchen, Monumente, Plätze und Restaurant: und überall Touristen, dabei  kaum Schatten.

Bars und Supermärkte locken, doch es gibt nur einige Bankautomaten, vor denen sich demzufolge Schlangen bilden. Viele Kubaner besitzen inzwischen eine Bankkarte, aber es gibt nicht genügend Geldautomaten.

Die sogenannte schmalen Fußwege sind eine Herausforderung, vorsichtig steigt man hoch und runter, weil der Bordstein höher als gewöhnlich ist.

Doch die Zeit reicht einfach nicht, es gibt so viel zu sehen- und es ist zu heiß. Der Versuch im schattigen Hemingway Cafe einen Platz zu finden scheitert, aber die Musik der Gruppe mit kubanischem Rhythmus im Innern entschädigt für diesen Misserfolg.

Im Hafen versuchen Künstler ihre Bilder zu verkaufen, genau wie die Buchhändler an einem Stand. Alles wird zu Geld gemacht, wenn es geht, auch wunderschöne alte Vasen, Messer, Glas und Nippes von einst.

Eine eindrucksvolle Hauptstadt dieses Havanna, aber der Geruch der Abgase und die Hitze lassen die Übermüdung dort verstärkt zuschlagen.

Weiter geht die Fahrt, hinaus aus der Stadt um endlich unter Kubanern zu essen und zu trinken.

Ein guter Fahrer erlöst jeden Tourist nach Besuch in Havanna  mit seinem Tipp hoch über der Festung der Stadt in den Anhöhen, wo einst Generäle wohnten, zu speisen.

Die kleinen wenigen viereckigen Häuser, jedes anders, mit Palmen und kleinen Gärten strahlen bei der Ankunft so viel Ruhe und Frischluft aus, dass nach vielen Windungen des Straßenverlaufs, die Neugierde und der Hunger jeden auch zu Fuß hier oben vorantreibt.

Die ökonomische Situation lässt Ideen reifen, wie hier die, den privaten Garten mit Stühlen und Tischen zum Restaurant umfunktionieren!  Nur wenige Gäste sitzen im schattigen kleinen Garten, dessen Hausbewohner mit verblassten Fotos der berühmten Shakira werben, die einst genau hier zum Essen kam. Fast ganz privat und ein wenig stolz sitzt man in einer ruhigen Ecke und genießt das besondere Ambiente.

Frisch gebratene Hühner, frischer Salat und frisches Brot mit den landestypischen Bohnen und Reis sind fast zu viel für den Platz auf dem Tisch – und Magen- und auch mehr als der Preis je erwarten ließ.

Familiär wie hier mit der Familie des Hauses zu essen, sollten sich Kubareisende nicht entgehen lassen. An diesen Ort verirren sich nur reichere Kubaner, keine Touristen. Dankbar füllt sich der Bauch mit leckerem Essen bei netter Musik. Sogar der Kaffee wird freundlich in kleinen mit Blümchen bemalten Tassen serviert. Auch das Trinkgeld für die Band gibt man gern.

Privilegiert kann man schließlich über den mit Fliesen ausgelegten Flur die alten Möbel betrachtend hinausgehen; und nach einem lächelnd zugeworfenen „Gracias y mucha suerte!“ diesen besonderen Ort mehr als satt und glücklich verlassen.

Diese Art Restaurants haben keine Namen, die sich in Reiseführern finden, es sind geheime Adressen der Kubaner, die hier mit ihrer Familie an besonderen Tagen feiern.

Wer will kann außerdem  noch eine Tagesfahrt im Oldtimer planen oder bis Santiago de Cuba und Mangroven fahren.

Unbedingter Stopp sollte aber für jeden die Aussichtsplattform de Bacanayagua sein, von der aus man, nach Überquerung der 300m langen und 112m hohen Brücke, einen wundervollen Blick über das Tal Yumuri genießen kann. Hier kreisen die Adler ähnlichen Vögel, laut und schreiend wie man es nirgendwo auf der Welt erlebt. In der Ferne sieht man die Bergrücken und blickt von oben in ein übergrünes Meer aus Königspalmen. Dieser höchste Punkt bietet in alle Richtungen einen atemberaubenden Blick.

Wie im Vinales Tal und Valley mit all seiner Schönheit, beeindruckt immer wieder die großartig belassene Urnatur. Es gibt unzählige Vogelarten auf Kuba, der Kolibri gehört ebenso dazu wie der farbenprächtige Tocororo, der zum Nationalvogel ernannt wurde.

Leguane, Geckos, Schlangen und Krokodile und Flamingos, selbst Delphine finden sich auf dieser so wunderbar grünen Insel der Karibik. Ein wirkliches Naturparadies, da die Politik dafür sorgt, Naturschutz an erste Stelle zu stellen.

Was sich bis zu den Hotelanlagen zeigt, die nicht nur mit viel Grün angelegt sind, sondern auch den Küstenschutz berücksichtigen und die Fauna beschützend einschließen. Das sorgt dafür, dass man, egal wo, von Vogelstimmen geweckt wird und ab und zu selbst an Pools auf Leguane trifft sowie Besuch von verschiedenen Vogelarten und Käfern auf der Terrasse oder dem Balkon bekommt. Überhaupt scheint alles im ökologischen Gleichgewicht zu sein, außer in Havanna selbst.

Fazit

14 Tage sind viel zu wenig für diese so großartige, historisch interessante, weltbekannte, voller Schönheit daliegende Insel Kuba!

!Hasta luego!

 

@VeRa

 

Website aus dem Internet für weitere Infos

http://www.kubakunde.de/videos/vogel-kubas-1110

Ni hao Beijing- Im Land des Lächelns

Fürwahr begegnet man nach gut 12 Stunden Flug ab Hamburg in Peking fast überall lächelnden Menschen, wenn man den Blick schweifen lässt. Ob in der super gigantisch funktionierenden immer mega vollen U-Bahn, beim Einkaufen, im Restaurant oder einfach unterwegs.

Lokale Währung erhält man, falls man nicht vorher getauscht hat, an Geldautomaten, die aber nicht überall zu finden sind. In die Währung  Renminbi Yuan (CNY) kann man zwar wechseln in sogenannten Wechselstuben, doch für Touristen ist die Visa Karte, auch die EC-Karte, immer ein guter Begleiter, denn vielfach zahlen die Chinesen mit ihrem Handy und fast überall auch mit Karte, so sind viele Geschäfte auch auf Kartenzahlung eingestellt und in den Banken kann man mit EC-Karte Geld abheben. Bargeld ist aber unerlässlich, wenn man TUK-TUK oder Taxi fahren möchte.

Die klassischen Touristenmeilen fordern zum längeren Warten auf. Vor der Verbotenen Stadt und in der gesamten Umgebung werden Taschen und Pässe kontrolliert (also Reisepass dabei haben!), was man nur mühsam bei großer Hitze oder Kälte aushalten kann. Doch es lohnt sich! Allerdings auch nur, wenn man jemanden hat, der als Begleiter und Kenner dabei ist. Sehr zu empfehlen sind mehrsprachige Guides. Hier sollte man die auf der Straße verteilten Werbeangebote lesen (oft auf Englisch, aber auch Deutsch) oder schon erfahrene Reisende fragen. Und man sollte sich nicht wundern, wenn man für ein Foto aufgefordert wird, zu posieren! Jeder Tourist ist ein willkommenes Accessoire auf dem Reisefoto vieler chinesischer Touristen.

Natürlich kann man auch mit einem Papier-Reiseführer durch diese großartige Stadt laufen, aber das Gespräch mit Einheimischen erscheint viel informativer. So erfährt man dann, warum die Türschwellen im Palast fast zum Klettern auffordern: sie seien so hoch, weil der Teufel keine Knie habe, daher nicht hinein kommen könne.

Auch dass die Zahl 8 nach chinesischem Denken Geldsegen bedeutet, die Zahl 4 dagegen Unglück, wenn man sie falsch betont; denn dann bedeute sie „ sterben zu  müssen“. So erklärt sich, dass man kaum auf Zahlenkombinationen wie 14, 24, 44 usw. trifft.

Vieles mehr lässt sich mit einem Guide besprechen und als Begleitung für eine Teezeremonie ist er unerlässlich. Allerdings sollte man genug Geld dabei haben. Billig sind solche Aktionen nicht.

Als „ Langnase , 大鼻子  oder 高鼻子 oder“ 長鼻子geschrieben, gao bizi oder da`bizi gesprochen, ist manches eben teuer, aber es lohnt sich. Allein die vielen Tempel zu besuchen, gibt wiederum Zeit, jeden Winkel zu erforschen. Viele Tempel liegen in großen Parks. Bei Kälte sind die Parks wie leergefegt, da in dieser Zeit, die Einwohner Familientage zu Hause oder in Restaurants vorziehen.

Unbedingt besuchen sollte man mindestens die Tempel Konfuzius, den Himmelstempel und den Lamatempel, alle drei gut mit der U-Bahn zu erreichen.

Die Chinesische Mauer ist natürlich ohne Frage das wichtigste Monument, wenn man nach Bejing reist. Wer nicht hochlaufen möchte, dem wird eine Seilbahn, sehr komfortabel und gar nicht teuer, geboten. Der Blick ist wundervoll von oben und auf die Mauer selbst! Sehr beeindruckend; besonders bei Schneefall. Einfach atemberaubend! Und man kann sich vorstellen, dass man diesen Ort mehrmals besuchen kann, weil er je nach Jahreszeit anders wirkt.

Diese längste Mauer der Welt, begonnen im 7. Jahrhundert, ist wohl eines der größten Wunder für die meisten Menschen. Die Reparaturen werden staatlich durchgeführt, so dass sich vier Abschnitte für jeden Touristen bieten: Badaling, Multianyu, Simatai und Juyongguan. Jeder Taxifahrer kennt den Weg, so dass man bei englischsprachigen Fahrern und nach Preisverhandlung, (sogenanntes Feilschen ist in Beijing unerlässlich!), teure Touristentouren getrost vergessen kann.

China, speziell die Hauptstadt, sind ein Ort der Extreme: Armut und Reichtum, Internet überall, Wohnungen teuer und U-Bahn billig, paradiesisches Essen und Trinken für Europäer, aber die Kommunikation mit Einheimischen ein Riesenproblem. Nur wenige Menschen sprechen Englisch, so dass ein Wörterbuch nützlich ist.

Wer allerdings mutig ist, lernt hier nach Bildern zu bestellen, was lustige Momente nach sich ziehen kann: Dann liegt vielleicht ein Gänsehals mit Kopf auf dem Teller. Vorab sollte man auch unbedingt mit den Ess-Stäbchen üben, denn nicht überall bekommt man einen Löffel. Wer mag, sollte mit Besteck im Koffer reisen und Toilettenpapier, denn das ist trotz vieler sehr sauberer Toiletten, Mangelware auf öffentlichen Toiletten.

Der Tee mit Rosenblättern verfeinert, ist ein Genuss, aber auch das echt-chinesische Restaurant. Es wird überall frisch gekocht und ob Fisch, Fleisch oder Vegetarisch, ist das Essen einfach lecker!

Für Teeliebhaber ist in der Nähe der Verbotenen Stadt das Laoshe Teahouse, das mit seiner hohen Eingangstreppe im eindrucksvollen  rotegehaltenen Gebäude, mit kleinen Miniaturkästen im Obergeschoss , die Geschichte der Teehäuser und verschiedenen Berufe anschaulich darstellt. Dieses Teehaus bietet  einen ruhigen Platz in all dem Trubel draußen. Der Tee wird frisch zubereitet und man kann kostenlos verschiedene Sorten probieren und findet auch eine sehr saubere Toilette gleich nach Besuch der Verbotenen Stadt, die man übrigens unbedingt umrunden sollte, denn der Blick auf die Gebäude am Wasser und kleinen Mauer entlang, ist so schön, was viele Touristen nicht wissen. Denn, wo sie hineingehen, gehen sie in der Regel auch wieder hinaus.

Für Kaffeegenießer sei das Cafe Alba im Dongcheng Distrikt empfohlen, ganz in der Nähe der klassischen Hutongs (ursprüngliche chinesische Wohnhäuser) oder aber ein Cafe in der Nähe des Lamatempels und Konfuziustempels in einem sehr kleinen süßen Hutonghaus, so urig kuschelig eingerichtet mit 6 Sesseln im hinteren Teil. Dort lässt sich die die Welt für Momente vergessen. Man muss nur ein paar Schritte in entgegengesetzter Richtung zur U-Bahn gehen und kann dabei auch die so unterschiedlichen wunderschön farbigen Haustüren bewundern.

Der Kaffee wird frisch gemahlen zubereitet. Da das Cafe sehr klein ist, sind sowohl die Stammgäste als auch Bedienung für Englischsprechende eine nette Abwechslung.

Die Tempelanlagen sind sehr gepflegt und der Eintritt lohnt sich besonders, da die Berührung mit dieser uralten Baukunst sehr nachdenklich und irgendwie auch betroffen macht. Nicht überall auf der Welt lassen sich so frei, uralte Gebäude von innen betrachten und nicht jeder Mensch schafft es, solch einen Weltkulturerbeort zu erleben. Eine Chinareise ist immer ein Geschenk der Superlative!

Weitere Empfehlung für Schwindelfreie ist die 2016 eröffnete größte Glasplattform der Welt, so heißt es, im Bezirk Pinggu. Es handelt sich um eine Tonnen schwere Titan Konstruktion und der Glasweg der Plattform ist ca. 30 Meter lang. Von dort oben hat man ein sehr besonderes Gefühl und großartigen Blick auf die Shilin-Schlucht in ca. 400 Meter Tiefe.

Schön sind auch die sogenannten lokalen Märkte, meistens unscheinbar untergebracht in Gebäuden:  mit bunten Fischarten, fremdartigen Gemüsesorten und selbstgedrehten Nudeln und vielen verschiedenen Gewürzen. Sie sind ein Paradies für Nasenmenschen, die solch Gerüche aushalten und genießen können. Die bunten Farben und ansprechend ausgelegten Waren haben nichts mit einem Markt in Südeuropa gemeinsam.

Die großen Kleider, Schmuck und Technikmärkte wie der Perl Market, mit einer nachgebildeten großen Muschel mit Perle drin vor dem Eingang, lassen eventuell leere Koffer schnell füllen. Aber das wohl wichtigste für Reisende der heutigen Zeit ist, dass man überall Internet, W-LAN- Zugang in jedem Restaurant, sogar in der U-Bahn und wie selbstverständlich nutzen kann und das I-Phone zum täglichen Gebrauch gehört.

Die Metropole glänzt mit hochinteressanter Architektur aus Glas, kubisch oder kuppelartig, spanischen Herrenhäusern nachempfundenen Büroparks, irischen Pubs,  Fast Food Ketten, Markenbestsellershopping-Centren und geheimen Plätzen mit Life Music und horrenden Eintrittsgeldern in der Nähe des Botschaftsviertels. Ohne Eintritt zu zahlen, muss man stehen bleiben; ein Tisch für 200 bis 300 Dollar ist keine Ausnahme! Für Junggesellen das ultimative Tanzgefühl, denn dort bleibt man als Single nicht lange allein.

Die Welt trifft sich in Beijing, man ist nie lang allein, wenn man nicht will und die Stadt schläft auch nie! Überall tummeln sich Touristen und Einheimische, doch je weiter weg man sich vom Zentrum und typisch touristischen Stellen der Stadt entfernt, ist man gezwungen, sich mit Händen und Füßen oder kleinen gelernten chinesischen Sätzen zu verständigen.

Wer länger in Peking bleiben will, sollte also unbedingt Chinesisch lernen und die lokalen Preise kennen!

Und wer zum ersten Mal wieder abreist, sollte alle Kabel und elektronische Geräte separat in eine Tüte packen (und Feuerzeuge weggeben), denn die gehen separat, doppelt kontrolliert, durch die Kontrollen am Flughafen!

Beijing ist sauber, absolut verkehrstechnisch sortiert, sehr kontrolliert von Ordnungshütern und insgesamt sehr sicher.

Wer lokale Einkaufszentren besucht, sollte auf den Toiletten übrigens damit rechnen, dass Frauen dort ihre Wäsche waschen. Bei Ikea, wie man hört, seien ganze Spieltage mit der Familie zu beobachten. Andere Länder- andere Sitten,  bestätigt sich auf jeden Fall bei einer Reise nach Beijing.

Wer in diese große Stadt reist, sollte sich vorher gut zu informieren und berücksichtigen, dass das  Rauchen in der Öffentlichkeit unter Strafe steht, wenngleich sich viele nicht daran halten und sogar in typisch lokalen Restaurants geraucht wird.

Die beste Reisezeit ist das Frühjahr, dann lässt sich das großartige Neujahrsfest oder Frühlingsfest erleben.

Eine Einladung von Freunden in China anzunehmen, braucht Geduld und viel Papierkrieg bis man ein Visum erhält und: Visa sind auch nicht ganz billig. Man kann gut und gerne bis zu 100 Euro zahlen, je nachdem wie man die Reise organisiert. (Visazentren geben hierzu Informationen).

Wang Wang!

Viel Glück!

@VeRa