Fuerteventura oder am Ende der Welt

Fuerteventura oder am Ende der Welt dem Winter entkommen

Egal, wohin man der Kälte entkommen möchte, die Kanaren sind ein relativ schnell zu erreichendes Ziel. Gute 5 Stunden mit Boarding und Flug, schafft man es von Hannover dorthin – billig gebucht.

Doch welche Überraschung: vor der Landung schon breitet sich eine hügelige Welt vor dem Fenster im Flugzeug aus, die ihres gleichen sucht. Brauntöne wohin das Auge schaut und gefaltete Krustenoberflächen wie aus einer anderen Welt.

Nur gute 100 km von der marokkanischen Küste entfernt, empfängt diese kanarische Insel mit einem ziemlich großen neuen Flughafen die Reisenden sehr professionell.

Verschiedene Abholer stehen mit Schildchen am Ausgang, Reisegruppen pilgern zu verschieden bekannten Reiseführerbussen, Eingeweihte kaufen billig noch schnell Zigaretten, Alkohol und Parfüm ein und ein paar Einheimische werden liebevoll empfangen. Doch wer jetzt Spanisch zu hören erwartet wird enttäuscht!

Deutsch, Englisch, Russisch und nordische Sprachen ertönen;  und es bleibt unschwer zu erkennen, dass die Insel wohl offensichtlich vom Tourismus lebt.

Und  bei der knapp einstündigen Fahrt kommt einem in den Sinn, dass es hier wohl auch nicht viel mehr gibt als Urlaub am Strand.

Keine Bäume, keine Tiere, keine Geräusche, nur grenzenlose Weite mit Bergen und Hügeln braun- in –braun –  für manch einen eher deprimierend.

Jede Hotelanlage bietet dagegen aber eine verträumte Palmen-Beach-Pool- Umgebung an, gern auch all inklusiv, die für Augenblicke den Alltag und die eigentliche Umgebung vergessen lässt.

Auf jeden Fall sollte man sich ein Auto zu mieten für 40 Euro schafft man die ganze Insel. Besonders schön ist die kleine Stadt Antigua, denn hier gibt es nicht nur eine nette Apotheke, die hilfsbereit und ist, sondern es lockt gleich daneben eine kleine Bäckerei mit frischen Kaffee und begrenztem aber leckerem einheimischen Kuchen und Keksen. Auch das besondere Biotop des Garten- Oasis- Tierpark lockt für gelangweilte Inselbesucher mit einem nicht ganz billigen Ritt auf dem Kamel. Der Eintritt selbst in dieses Grün-In-Grün-Paradies ist allerdings nicht billig. Man wird gut und gern 90 Euro los, wenn man alle angebotenen Plätze besuchen möchte. Von Delphin-Show, Affengehege, Park und Eintritt ausgehend, ist das ziemlich teuer, aber ein kleiner Bereich mit Brücke und Wasserfall ist kostenlos zu besuchen ebenso das Gartencenter.

Aber außerordentlich reizvoll und kostenlos sind die  Naturdünen  bei Corralejo, wie die Sahara unglaublich grenzenlos, direkt am Meer in der Nähe des Hafens gelegen.  Eine unglaubliche  Weite mit gelbem Sand, so etwas Naturgewaltiges plötzlich aus dem Nichts auftauchend im Auto,  ist wirklich außergewöhnlich schön und nicht nur eine tolle Fotokulisse.

Der Hafen Puerto de Rosario und die dortigen Häuserfluchten laden zum Spazieren und Essen ein.  Die Aida und andere Kreuzfahrtschiffe liegen dort vor Anker. Es sind folglich viele Touristen unterwegs.

Wer die Stille sucht,  kann durch den großen Nationalpark Parque National Jandia wandern, der kein Park sondern raue braun-schwarze Felsen  vor einem auftauchend bietet. Wer sportlich ist, kann ich hier auch joggen bis die Welt untergeht- oder die Sonne…

Alles in Allem heißt es, sich für die windigen Tage im Januar und Februar warme Jacken mitzunehmen;  und sich ab und zu einfach mal zu Fuß zu bewegen am Strand entlang, der Wind bläst hart und unerbittlich im Winter und wohl auch im Sommer, so sagen die Einheimischen.

Die Region Jandia bietet einen guten Standort für die Beobachtung des Sonnenaufgangs und lange Spaziergänge am wilden Atlantik über Steine, vorbei an kleinen Höhlen;  von Esquinzo bis Morro Jable  ist dies ein toller Ausflug.

Wer Vegetation auf der Insel erwartet, wird enttäuscht. Aber es gibt Versuche von Aloa Vera Plantagen und  man erfährt viel über die Herstellung von herrlich-leckerem Ziegenkäse.

Diese älteste Insel der Kanaren soll vor gut 20 Millionen Jahren entstanden sein, aus einem Vulkanausstoß geboren. Das Gefühl auf solch einer alten Insel zu wandern provoziert auch Gänsehaut  ohne Wind.

Doch die Insel hinterlässt auch Leere, wie man sie außen sieht.

Nichts für leicht depressive Menschen. Es ist eine raue Insel. Die Bewohner treffen sich offensichtlich eher im Supermarkt als im Restaurant oder in ihren viereckigen auf braun-schwarzem Sand gebauten Flachdachhäusern, die wie Punkte in die Landschaft gestellt wirken. Außer LKW, Bussen, Taxis und PKWs sieht man kaum Menschen außer Touristen unterwegs.

Wer einheimische Küche sucht, wird enttäuscht. Dafür gibt es viele auf Touristen eingestellte Restaurants und Cafés.

Einheimische verdienen im Durchschnitt 1200 Euro, die Hotelanlagen gehören meist spanischen Festlandangehörigen und große Supermärkte verkaufen billig Eurowaren. Die Mieten sind durch den Tourismus sehr hoch  und Mietwohnungen rar für Einheimische und das Leben hart und voller Verzicht. Das Leben für die Menschen auf der Insel ist das Gegenteil zu dem, was Touristen im Land erleben: viel essen, trinken, billig wohnen und genießen.

Doch es gibt auch Angenehmes.

An der Küste trifft man auf  Streifenhörnchen, die einem zahm und fast zärtlich aus der Hand fressen. Flink und lustig wohnen sie in Felsen und gar Beton der Straßen: eben dort, wo sie auf Menschen treffen, die sie mit Nüssen füttern.

Hunde gibt es selten, Katzen eher dort, wo Hotels angesiedelt wurden. Geckos und Fliegen gibt es kaum sichtbar im Winter.

Am Meer sieht man alte Raben, Krähen, Möwen und ab und zu vielleicht mit gutem Auge im Wasser auch Wale.

Übrigens müssen Schüler, die weiterführende Schulen besuchen wollen, die Insel verlassen- nicht nur Urlauber also.

Tröstlich blickt man zum Abschied auf große uralte Kakteen, schöne Blumen und Pflanzen, Palmen und Meer  und das Hotel- und weiß spätestens beim Abflug: Fuerteventura bietet ein schöne Erholung, aber ein zweites Mal braucht man es nicht.

Fuerteventura,  eher eine Rentner- Insel für viele Deutsche, lohnt keinen zweiten Besuch, wenn man kulturell interessiert ist und einige Reisen getätigt hat. Dennoch trifft man hier und da auf Auswanderer, die Deutschland den Rücken gekehrt haben und dort leben.

Madeira ist sozusagen das Gegenteil : die sogenannte Blumeninsel- nur dort kann man nicht am Meer entlang gehen. Wer auf Madeira das Meer sucht, kann es nur anschauen oder bei einigen Hotels ein kleines Stück davon genießen.

Dagegen ist Madeira eine Reise wert, wenn man einen Zwischenstopp auf Reisen einlegen möchte. Dort gibt es hohe Felsen und Tunnel, die atemberaubende Landschaften freilegen.  Blumen und Artenreiche Insel lockt wirklich mit Allem, was man sich erhoffen könnte.

Im Innern der Insel  Madeira oder hoch auf den Hügeln gibt es tatsächlich Orte, wo kaum Touristen zu finden sind und eine ausgezeichnete Küche,gar nicht teuer , mit gutem Fisch und frischen Kräutern angeboten wird.  Wenn man denn mutig allein dort losmarschiert.

Doch die Welt ist zu groß, um sich lange mit den Kanaren aufzuhalten.  Die nächste Reise ist schon geplant!

Viel Spaß und bis  bald!

@ VeRa

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s