Ni hao Beijing- Im Land des Lächelns

Fürwahr begegnet man nach gut 12 Stunden Flug ab Hamburg in Peking fast überall lächelnden Menschen, wenn man den Blick schweifen lässt. Ob in der super gigantisch funktionierenden immer mega vollen U-Bahn, beim Einkaufen, im Restaurant oder einfach unterwegs.

Lokale Währung erhält man, falls man nicht vorher getauscht hat, an Geldautomaten, die aber nicht überall zu finden sind. In die Währung  Renminbi Yuan (CNY) kann man zwar wechseln in sogenannten Wechselstuben, doch für Touristen ist die Visa Karte, auch die EC-Karte, immer ein guter Begleiter, denn vielfach zahlen die Chinesen mit ihrem Handy und fast überall auch mit Karte, so sind viele Geschäfte auch auf Kartenzahlung eingestellt und in den Banken kann man mit EC-Karte Geld abheben. Bargeld ist aber unerlässlich, wenn man TUK-TUK oder Taxi fahren möchte.

Die klassischen Touristenmeilen fordern zum längeren Warten auf. Vor der Verbotenen Stadt und in der gesamten Umgebung werden Taschen und Pässe kontrolliert (also Reisepass dabei haben!), was man nur mühsam bei großer Hitze oder Kälte aushalten kann. Doch es lohnt sich! Allerdings auch nur, wenn man jemanden hat, der als Begleiter und Kenner dabei ist. Sehr zu empfehlen sind mehrsprachige Guides. Hier sollte man die auf der Straße verteilten Werbeangebote lesen (oft auf Englisch, aber auch Deutsch) oder schon erfahrene Reisende fragen. Und man sollte sich nicht wundern, wenn man für ein Foto aufgefordert wird, zu posieren! Jeder Tourist ist ein willkommenes Accessoire auf dem Reisefoto vieler chinesischer Touristen.

Natürlich kann man auch mit einem Papier-Reiseführer durch diese großartige Stadt laufen, aber das Gespräch mit Einheimischen erscheint viel informativer. So erfährt man dann, warum die Türschwellen im Palast fast zum Klettern auffordern: sie seien so hoch, weil der Teufel keine Knie habe, daher nicht hinein kommen könne.

Auch dass die Zahl 8 nach chinesischem Denken Geldsegen bedeutet, die Zahl 4 dagegen Unglück, wenn man sie falsch betont; denn dann bedeute sie „ sterben zu  müssen“. So erklärt sich, dass man kaum auf Zahlenkombinationen wie 14, 24, 44 usw. trifft.

Vieles mehr lässt sich mit einem Guide besprechen und als Begleitung für eine Teezeremonie ist er unerlässlich. Allerdings sollte man genug Geld dabei haben. Billig sind solche Aktionen nicht.

Als „ Langnase , 大鼻子  oder 高鼻子 oder“ 長鼻子geschrieben, gao bizi oder da`bizi gesprochen, ist manches eben teuer, aber es lohnt sich. Allein die vielen Tempel zu besuchen, gibt wiederum Zeit, jeden Winkel zu erforschen. Viele Tempel liegen in großen Parks. Bei Kälte sind die Parks wie leergefegt, da in dieser Zeit, die Einwohner Familientage zu Hause oder in Restaurants vorziehen.

Unbedingt besuchen sollte man mindestens die Tempel Konfuzius, den Himmelstempel und den Lamatempel, alle drei gut mit der U-Bahn zu erreichen.

Die Chinesische Mauer ist natürlich ohne Frage das wichtigste Monument, wenn man nach Bejing reist. Wer nicht hochlaufen möchte, dem wird eine Seilbahn, sehr komfortabel und gar nicht teuer, geboten. Der Blick ist wundervoll von oben und auf die Mauer selbst! Sehr beeindruckend; besonders bei Schneefall. Einfach atemberaubend! Und man kann sich vorstellen, dass man diesen Ort mehrmals besuchen kann, weil er je nach Jahreszeit anders wirkt.

Diese längste Mauer der Welt, begonnen im 7. Jahrhundert, ist wohl eines der größten Wunder für die meisten Menschen. Die Reparaturen werden staatlich durchgeführt, so dass sich vier Abschnitte für jeden Touristen bieten: Badaling, Multianyu, Simatai und Juyongguan. Jeder Taxifahrer kennt den Weg, so dass man bei englischsprachigen Fahrern und nach Preisverhandlung, (sogenanntes Feilschen ist in Beijing unerlässlich!), teure Touristentouren getrost vergessen kann.

China, speziell die Hauptstadt, sind ein Ort der Extreme: Armut und Reichtum, Internet überall, Wohnungen teuer und U-Bahn billig, paradiesisches Essen und Trinken für Europäer, aber die Kommunikation mit Einheimischen ein Riesenproblem. Nur wenige Menschen sprechen Englisch, so dass ein Wörterbuch nützlich ist.

Wer allerdings mutig ist, lernt hier nach Bildern zu bestellen, was lustige Momente nach sich ziehen kann: Dann liegt vielleicht ein Gänsehals mit Kopf auf dem Teller. Vorab sollte man auch unbedingt mit den Ess-Stäbchen üben, denn nicht überall bekommt man einen Löffel. Wer mag, sollte mit Besteck im Koffer reisen und Toilettenpapier, denn das ist trotz vieler sehr sauberer Toiletten, Mangelware auf öffentlichen Toiletten.

Der Tee mit Rosenblättern verfeinert, ist ein Genuss, aber auch das echt-chinesische Restaurant. Es wird überall frisch gekocht und ob Fisch, Fleisch oder Vegetarisch, ist das Essen einfach lecker!

Für Teeliebhaber ist in der Nähe der Verbotenen Stadt das Laoshe Teahouse, das mit seiner hohen Eingangstreppe im eindrucksvollen  rotegehaltenen Gebäude, mit kleinen Miniaturkästen im Obergeschoss , die Geschichte der Teehäuser und verschiedenen Berufe anschaulich darstellt. Dieses Teehaus bietet  einen ruhigen Platz in all dem Trubel draußen. Der Tee wird frisch zubereitet und man kann kostenlos verschiedene Sorten probieren und findet auch eine sehr saubere Toilette gleich nach Besuch der Verbotenen Stadt, die man übrigens unbedingt umrunden sollte, denn der Blick auf die Gebäude am Wasser und kleinen Mauer entlang, ist so schön, was viele Touristen nicht wissen. Denn, wo sie hineingehen, gehen sie in der Regel auch wieder hinaus.

Für Kaffeegenießer sei das Cafe Alba im Dongcheng Distrikt empfohlen, ganz in der Nähe der klassischen Hutongs (ursprüngliche chinesische Wohnhäuser) oder aber ein Cafe in der Nähe des Lamatempels und Konfuziustempels in einem sehr kleinen süßen Hutonghaus, so urig kuschelig eingerichtet mit 6 Sesseln im hinteren Teil. Dort lässt sich die die Welt für Momente vergessen. Man muss nur ein paar Schritte in entgegengesetzter Richtung zur U-Bahn gehen und kann dabei auch die so unterschiedlichen wunderschön farbigen Haustüren bewundern.

Der Kaffee wird frisch gemahlen zubereitet. Da das Cafe sehr klein ist, sind sowohl die Stammgäste als auch Bedienung für Englischsprechende eine nette Abwechslung.

Die Tempelanlagen sind sehr gepflegt und der Eintritt lohnt sich besonders, da die Berührung mit dieser uralten Baukunst sehr nachdenklich und irgendwie auch betroffen macht. Nicht überall auf der Welt lassen sich so frei, uralte Gebäude von innen betrachten und nicht jeder Mensch schafft es, solch einen Weltkulturerbeort zu erleben. Eine Chinareise ist immer ein Geschenk der Superlative!

Weitere Empfehlung für Schwindelfreie ist die 2016 eröffnete größte Glasplattform der Welt, so heißt es, im Bezirk Pinggu. Es handelt sich um eine Tonnen schwere Titan Konstruktion und der Glasweg der Plattform ist ca. 30 Meter lang. Von dort oben hat man ein sehr besonderes Gefühl und großartigen Blick auf die Shilin-Schlucht in ca. 400 Meter Tiefe.

Schön sind auch die sogenannten lokalen Märkte, meistens unscheinbar untergebracht in Gebäuden:  mit bunten Fischarten, fremdartigen Gemüsesorten und selbstgedrehten Nudeln und vielen verschiedenen Gewürzen. Sie sind ein Paradies für Nasenmenschen, die solch Gerüche aushalten und genießen können. Die bunten Farben und ansprechend ausgelegten Waren haben nichts mit einem Markt in Südeuropa gemeinsam.

Die großen Kleider, Schmuck und Technikmärkte wie der Perl Market, mit einer nachgebildeten großen Muschel mit Perle drin vor dem Eingang, lassen eventuell leere Koffer schnell füllen. Aber das wohl wichtigste für Reisende der heutigen Zeit ist, dass man überall Internet, W-LAN- Zugang in jedem Restaurant, sogar in der U-Bahn und wie selbstverständlich nutzen kann und das I-Phone zum täglichen Gebrauch gehört.

Die Metropole glänzt mit hochinteressanter Architektur aus Glas, kubisch oder kuppelartig, spanischen Herrenhäusern nachempfundenen Büroparks, irischen Pubs,  Fast Food Ketten, Markenbestsellershopping-Centren und geheimen Plätzen mit Life Music und horrenden Eintrittsgeldern in der Nähe des Botschaftsviertels. Ohne Eintritt zu zahlen, muss man stehen bleiben; ein Tisch für 200 bis 300 Dollar ist keine Ausnahme! Für Junggesellen das ultimative Tanzgefühl, denn dort bleibt man als Single nicht lange allein.

Die Welt trifft sich in Beijing, man ist nie lang allein, wenn man nicht will und die Stadt schläft auch nie! Überall tummeln sich Touristen und Einheimische, doch je weiter weg man sich vom Zentrum und typisch touristischen Stellen der Stadt entfernt, ist man gezwungen, sich mit Händen und Füßen oder kleinen gelernten chinesischen Sätzen zu verständigen.

Wer länger in Peking bleiben will, sollte also unbedingt Chinesisch lernen und die lokalen Preise kennen!

Und wer zum ersten Mal wieder abreist, sollte alle Kabel und elektronische Geräte separat in eine Tüte packen (und Feuerzeuge weggeben), denn die gehen separat, doppelt kontrolliert, durch die Kontrollen am Flughafen!

Beijing ist sauber, absolut verkehrstechnisch sortiert, sehr kontrolliert von Ordnungshütern und insgesamt sehr sicher.

Wer lokale Einkaufszentren besucht, sollte auf den Toiletten übrigens damit rechnen, dass Frauen dort ihre Wäsche waschen. Bei Ikea, wie man hört, seien ganze Spieltage mit der Familie zu beobachten. Andere Länder- andere Sitten,  bestätigt sich auf jeden Fall bei einer Reise nach Beijing.

Wer in diese große Stadt reist, sollte sich vorher gut zu informieren und berücksichtigen, dass das  Rauchen in der Öffentlichkeit unter Strafe steht, wenngleich sich viele nicht daran halten und sogar in typisch lokalen Restaurants geraucht wird.

Die beste Reisezeit ist das Frühjahr, dann lässt sich das großartige Neujahrsfest oder Frühlingsfest erleben.

Eine Einladung von Freunden in China anzunehmen, braucht Geduld und viel Papierkrieg bis man ein Visum erhält und: Visa sind auch nicht ganz billig. Man kann gut und gerne bis zu 100 Euro zahlen, je nachdem wie man die Reise organisiert. (Visazentren geben hierzu Informationen).

Wang Wang!

Viel Glück!

@VeRa

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s