Süditalien wie Südspanien?

Gemeinsam  haben beide Länder, dieselbe Ur-Mutter für ihre Sprachen,  nämlich das Latein. Als „Romanische Sprachen“ gehören Italienisch und Spanisch zur Gruppe der Indogermanischen Sprachen zu denen auch Französisch, Portugiesisch, Katalanisch und Rumänisch gehören.

Hier ein Beispiel  am Wort  Schlüssel:  llave, chiave, clau, cle, chjavi, cheie.

Natürlich gibt es Unterschiede in der Schreibweise und Aussprache, aber wer eine Sprache gelernt hat, findet sich schneller in einer der verwandten Sprachen zurecht und entdeckt eine ähnliche Grammatikregel oder einen ähnlichen Wortklang.

Aber es zählt beim Spracherwerb auch die Motivation.

Das beweisen alle mehrsprachig aufgewachsenen Kinder und Regionen an Grenzen, wo Bewohner die Sprache des Nachbarn wie selbstverständlich sprechen.

Die Sprachen, als Schlüssel zu einer neuen Welt, spiegeln immer auch die jeweilige Kultur, wenn sie sterben, stirbt auch immer  eine Kultur. Jede Sprache, jede Kultur ist es wert, geachtet und bewahrt zu werden. So werfen wir heute einen Blick auf  Sevilla in Andalusien, das symbolisch für Geschichte, Wandlung und nicht nur die Andalusier Pferde oder  Nähe zu Gibraltar steht.

Südspanien ist ähnlich wie Süditalien eine Reise wert, das weiß jeder der es eben bis Sevilla geschafft hat. Die dortige Sprachvariante des Spanischen erinnert übrigens sehr an das heutige Sizilianisch.

Sevilla

Diese wunderschöne andalusische Stadt mit ihrem hoch aufragenden Kirchturm dem Giraldaturm, bietet neben der Kathedrale, dem Alcazar Palast, dem Archivo de Indias und dem Plaza de Espana den wohl  aufregendstem Ort Spaniens, gleich nach Barcelona.

Die Fotos vor dem großen Brunnen auf dem großen Platz im Zentrum sind ein Muss für alle Reisende, doch nur wenige  wissen viel über die im Halbkreis angeordneten Rundbogengang,  oder ehren die davor  liegenden Platten mit Keramik und Verzierung.

Der Platz zeigt auf eindrucksvoller Art Kunst, durch die großartigen Verstrebungen, gedreht, besetzt mit blauer Keramik,  einzigartig im Sonnenlicht leuchtend dieses Geländer sowie  die künstlerisch wertvolle Darstellungen unter dem Rundbogengang.

Diese  einst geschaffenen Darstellungen ergänzen mit vier Brücken und dem drum herum verlaufenden Kanal  die vier ehemaligen Königreiche Spaniens und zeigen die 48 Provinzen Spaniens mit Karten, historischen Ereignissen und Wappen jeder Stadt.

Es zeigt auf besondere Weise die Geschichte Spaniens! Doch oft unbekannt ist, dass unter diesen Rundbögen zwei Filme gedreht wurden, nämlich der Krieg der Galaxien und Lawrence von Arabien.

Gleich gegenüber ist der wunderschöne Parque de Maria Luisa mit einem Museum und in der Nähe auch die Universität von Sevilla. Es lohnt sich die touristischen Plätze zu verlassen und in nördliche Richtung  als auch weiter südlich über eine der Brücken Richtung Parque de los Principes zu gehen. Dann  sieht man geschichtsträchtige Wohnhäuser mit urigen Holztüren und prachtvollen  Vorgärten, Villen und typisch spanische Häuser mit arabischen Verzierungen an Dächern  und Vorbauten. Sevilla lohnt sich durchaus für einen Aufenthalt mit Übernachtung.

Der arabische Einfluss ist unübersehbar, die Mauren haben die Architektur geprägt. Noch bis ins 17. Jahrhundert war Sevilla eine mächtige Handelsstadt und viele Paläste und Herrenhäuser sind Zeitzeugen, die erhalten sind.

Flamenco auf den Straßen und Zigeunerinnen, die einem die Hand wegreißen für einen Blick in die Zukunft gehören wie Massen an Touristen im Sommer ebenso zum Bild wie mittendrin stattfindende Hochzeiten.

Wer sich für Land und Leute interessiert, sollte über Cádiz anreisen und in einem kleinen Ort übernachten, von hier aus lassen sich mit dem Bus oder Mietwagen die Südküste und auch Sevilla gut erreichen.

El Puerto de Santa Maria ist mit seiner etwas ruhigeren Lage im Frühling oder Herbst wunderschön; der Fluss, der Plaza,  der Hafen und Park bieten eine wunderschöne entspannende Zeit. Es gibt so viel zu erkunden, so die sogenannten Sherry Bodegas, Kellergewölbe aus dem natürlichen Felsen.

Viele spanische Großstädter verbringen hier ihren Sommerurlaub, so dass man sein Spanisch wirklich anwenden kann, wenn man möchte, auch wenn die Mundart der Einheimischen etwas befremdet klingen mag. “ Das kommt mir Spanisch vor!“, mag da so mancher denken.

Der beste Tipp für eine Übernachtung liegt allerdings weder in Cádiz noch El Puerto, sondern bei Jerez, mit kleinem Flughafen für Billigflieger erreichbar,  in Chiclana de Frontera: das  Ibero Andalucia Pl. Novo Sancti Petri,  gilt mit seinen fünf Sternen als Luxushotel an der Küste, ist aber außerhalb der Saison so wunderbar am Meer gelegen nicht nur günstig, sonder absolut ruhig.

Viele Golfer steigen hier ab, doch außerhalb der guten Spielsaison bleiben auch sie fern.

Januar ist eine super Reisezeit für dieses Hotel;  am Natur geschützten Ufer zum Strand, lässt sich bei einem Spaziergang mit Blick aufs Meer auch ohne Sonnenbad, Natur pur genießen.

Der kleine Ort Chiclana de Frontera ist wie leer gefegt im Winter und lockt daher mit seinem Cafe in der Mitte des Ortes mit frischem Kuchen und leckerem Kaffee, bei dem man zwar befremdete Blicke der Einwohner aushalten muss, aber echte lokale Spezialitäten naschen kann.  Direkt vor dem Hotel fährt ein Bus, der für wenig Geld ins Stadtzentrum fährt.

Wer normales Leben sucht, ist hier bestens untergebracht, außerhalb der Saison gehört der Ort den Menschen, die dort leben; damit sitzt man auch im Restaurant, dem einzigen das vielleicht geöffnet hat, neben Nicht- Touristen.

Hasta luego!

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