Ivrea – Bella Italia

Am Rande der Alpen in Ivrea übernahm 1933 der knapp 30 jährige Adriano Olivetti als Direktor die Schreibmaschinenfirma seines Vaters.

Damals war es ein kleines Familienunternehmen  und im Zuge der Zeit wurde aus dieser Firma durch ihn ein Projekt für die ganze Stadt. Er gründete die „ Citta`dell‘ Uomo“.

Ähnlich wie einst der Cadbury Gründer transformierte er die Stadt und wünschte sich Harmonie von Arbeit und Leben, Zusammenspiel von menschlicher Art miteinander-  der Produktionsmitarbeiter und ihrer Familien.

Um 1960 gab es schon fünf Länder, in denen produziert wurde und mindestens 100 Länder in die exportiert wurde. Die unverkennbaren Olivetti Schreibmaschinen hatten die Welt erobert.

Die kleine Stadt Ivrea wurde zu einer großen attraktiven Stadt für Ingenieure, Designer und Arbeiter.

Der Ort zeichnete sich durch für damalige Verhältnisse avangardistische Bauten aus, sorgfältig geplant mit viel Grün drumherum und niedrigen Wohnkomplexen, höchstens drei bis vier Etagen hoch.  Viele davon mit viel Glas, so dass die Berge zu sehen waren für die jeweiligen Bewohner.

Die Produktion lag im  Kern der Stadt und die Fabrik selbst besaß eine Cafeteria,  einen Filmvorführraum und eine Bibliothek. Arbeit, Er- Leben und Bildung unter einem Dach.

Bis heute bleibt der Name Olivetti für die Nachfahren im Ort wie ein ausgesprochenes Gebet.   Die Einwohner sind stolz auf ihn. Nie wieder war der humane Gedanke so sehr verknüpft mit der Industrialisierung und Produktion wie zu jener Zeit.  Dieses Zusammenspiel bleibt einzigartig.

Olivetti ist für viele heute ein Name für Büromöbel, Computer, Rechenmaschinen und auch Architekturstil.

Ivrea selbst ist heute ein malerischer kleiner Ort, fast verschlafen und mit seinen  knapp 24 000 Einwohnern im sogenannten Aosta Tal und eine Oase für Urlauber. Spektakulär ist der Karneval mit Orangenschlacht, aber auch der Staudamm, der bei Hochwasser in die Höhe spritzt, doch nie eine wirkliche Überschwemmung verursacht.

Die wunderschöne Brücke über die Dora Baltea hier in Piemont und eben Ivrea lädt zum Verweilen und Träumen ein. Dieses Gletschergewässer des Aosta Tals ist klar und kräftig und so rein.

So mancher fühlt sich dadurch angeregt eine spannende Kanufahrt zu tätigen, doch ein Spaziergang durch den so ruhigen Ort mit Bergwanderung ist für die meisten Touristen hier ein Ziel.

Nirgendwo sonst schmeckt die heiße Schokolade im Winter so gut und nirgendwo sonst gibt es  ein „ Workshop Museum“, das  über die interessante industrielle Entwicklung in Norditalien und auch gerade die  Geschichte Olivettis informiert.

Wer hierher reist, sollte  auf jeden Fall ein B&B  buchen, was netten Kontakt zu Einheimischen möglich macht. (Wenn man denn Italienisch spricht!)

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