UK ist eben mehr als nur London, wie wäre es mit Birmingham, zweitgrößte Stadt des Königreiches?

Egal wie oft man diese XXL-Stadt in den Midlands des Vereinigten Königsreichs besucht, es gibt immer wieder etwas Neues zu sehen oder zu erleben. Die klassischen Anlaufstellen seien hier aber auch  erwähnt. So gibt es das Jewellery Quarter mit einer sehr langen Geschichte. Es liegt im sogenannten Stadtteil Hockley und ist ein interessantes Shopping Paradies für alle, die das „ Geschmeide“ lieben. Von Krawattennadeln bis hin zu großen und mächtigen edlen Steinen an Ringen und Ketten gibt es so gut wie Alles, was das Herz begehrt. Ob neu oder gebraucht, es findet sich für jeden etwas.

Das Schmuckgeschäft Gebiet umfasst viele kleine Geschäfte in urigen und uralten Gebäuden, die noch immer  wundervoll, eben echt englisch auch von innen erhalten sind. Ein kleines Cafe, in einer umgebauten Halle, lädt mit Spiegeln und Stahltreppen zum Verweilen ein und liegt mitten drin. Das Cafe Neo bietet auch eine vegetarische Küche.

Um 17 00 schon gab es schon Juweliere dort und noch um das 19 Jahrhundert herum, arbeiteten unglaublich viele Menschen dort. Jetzt ist es eher ein Ort, den man zu den passenden Uhrzeiten besuchen kann, mit nicht mehr so vielen Geschäften, dafür aber immer noch mit attraktiv günstigem edlen und auch echten Schmuck im Angebot hier in den West Midlands.

Wer nicht so gern zu Fuß geht, sollte unbedingt eine Kanalfahrt machen. Mit knapp einer Stunde lassen sich mehr als 400 Jahren Geschichte der Stadt Birmingham erkunden. Wer weiter laufen möchte, dem sei ein Lunch oder Dinner am Kanal empfohlen. Am anderen Ende sozusagen des Kanals, aus der Stadtmitte kommend,  liegt auch ein sehr günstiges Hotel, das Campanile Birmingham, wo eine Übernachtung weniger als 40 Pfund kostet und sowohl zu Fuß als auch mit dem PKW genial direkt in der Mitte der Stadt erreichbar, dennoch so ruhig gelegen ist. Am schönsten sind die Erdgeschoss- Zimmer mit Blick auf den so liebevoll sanierten und wieder wunderschön schimmernden Kanal. Die Rückseite des Hotels bietet eine schöne Terrasse und einen direkten Zugang zum Kanalfußweg.

Auch für den Magen ist im Hotel mit gutem Service und reichhaltigem Angebot der Menüliste gesorgt.

Wer die Stadt weiter erkunden möchte, dem sei der Weg zur Hill Street empfohlen, von wo, immer geradeaus in die dann Hurst Street genannte Verlängerung,  ein Besuch des Hippodroms (Musical oder Familienworkshop gefällig?)  und den Arcadian mit Chinatown sich lohnen.

Die Arcadian haben sogar eine informative Facebook Seite, auf denen sich das interessant- wechselnde Programm finden lässt.

Einmal auf der Hill Street läuft man in die andere Richtung auch nicht vergebens, denn dort findet man sich direkt auf dem Victoria Square wieder mit der großen Steinfigur der Königin Viktoria sowie dem imposanten Rathaus der Town Hall, die ihre Türen, wenn man nett fragt, für Besucher öffnet.  Hier sieht man neben dem Sitz des Bürgermeisters wundervolle alte Fotoaufnahmen der Stadt und noch viel schöner: Einen Glasdurchgang, wie er nur dort in England gebaut werden konnte. Wunderschön im sonnigen Licht erstrahlend, als wären tausend Lichter entzündet. Ein Bauwerk so einzig im Innern verborgen. Schon die imposante große Eingangstreppe und der Blick zur Decke lassen erahnen, das sich noch weitere Kostbarkeiten im Gebäude verstecken, die für Besucher leider nicht sichtbar werden dürfen. Neugierde bleibt gerade bei diesem Gebäude bis zuletzt auch hinterher!

Nicht weit entfernt befindet sich die Museum und Art Gallery. Auch hier lohnt sich in jedem Fall der Besuch.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, gelangt hierher nur über den Queensway, die tunnelbehaftete Autostrecke, die einst die Queen eröffnete. So manche Bewohner um die 65 Jahre alt erinnern sich gerne daran, wenn sie einen Blick erhaschen konnten und der Queen wenigstens einmal im Leben nah  sein konnten. Dies ist überhaupt das höchste Glück der meisten Briten: einmal die Queen zu sehen, nah und eben life. Dieses Gefühl kann vielleicht nur jemand verstehen, der aus der Richtung Hannover kommt, wo die Queen gerade vor nicht allzu langer Zeit Station machte und Bergen Belsen besuchte und mit ihrem Mann die lokalen Straßen befuhr, so dass man sie sehen konnte von ganz nah.(Das Königshaus, so ist bekannt, hat deutsche Wurzeln. Insider wissen das, auch weil sie  vielleicht Schloss Herrenhausen und Marienburg besucht haben …)

Es ist schon ein erhebendes Gefühl einen Menschen zu sehen, der zur Weltgeschichte schon so lange gehört und ein wahrer Zeitzeuge ist. Dafür muss man nicht gleichzeitig Monarchist sein.

Überhaupt fühlen sich die Briten nicht als Volk in einer Monarchie. Das  Königshaus war „einfach immer da“, ohne dieses wäre das Königreich eben kein Königreich. Wie so vieles in Großbritannien ist die Haltung der Engländer gegenüber ihrer Königin wohl mehr der Romantik geschuldet, die bis heute auf der Insel lebendig ist und sichtbar wird  bei all den blumigen Bettüberwürfen, rosigen Gardinen,  Patchworkdecken und Jackardmuster- Handtaschen oder  Maxwell and William Victorian Teetassen  . Verschnörkelt muss es sein, liebreizend und eben erinnernd an alte Traditionen auch im Handwerk.  In keinem Land finden sich so viele Badewannen und eben auch Teppiche im Bad!

„  Sweet und cosy“ soll es sein, das Leben und das Haus, in dem man wohnt.

Übrigens auch bei der Bedienung wird  selbst der ältesten Frau ein“ Oh, sweet darling hello! What can I do for you?“ mit einem charmanten Lächeln zugeworfen. Immer wieder ein wunderschönes Geschenk auf diese Insel, diese absolut freundliche Dienstleistung und Freundlichkeit insgesamt. Tritt man jemandem auf den Fuß, entschuldigt sich gar die Person, der es passiert ist,  noch bevor man selbst ein “ Sorry“ herausgepresst hat.  So höflich dieses Engländer!

Aber wir bleiben noch ein bisschen in der Innenstadt, vielleicht um Richtung Mailbox, Cube und Bullring sowie Grand Central Station zu schlendern. Doch vorher sei die angrenzende Bibliothek Birminghams, neu-eröffnet vor einigen Jahren, empfohlen. Im einzigartigen Gebäude in quadratischer Form gebaut und wie mit viel Draht umwickelt, bietet sich von der Rolltreppe aus ein einzigartiger Blick auf unglaublich viele Buchreihen, sowie im Obergeschoss auf die Innenstadt, einen kleinen Dachgarten und den im Dezember stattfindenden Deutschen Weihnachtmarkt in Birmingham (mit überhöhten Preisen für „Gluwine“ und „Wurstchen“!).

Der Cube, sozusagen nebenan, ist ein einzigartig hochmodernes 25-stöckiges Einkaufsparadies mit erlesenen Restaurants, Apartments, Luxus- Spa – Angeboten und Boutiquen und Bars. Es hat den größten automatisierten Carpark der UK! Von hier oben lässt sich die große, dennoch so klein wirkende Stadt Birmingham, aus neuer Perspektive beobachten.

Angekommen bei New Street Station ist auch die Mailbox und der neu eröffnete Grand Central mit seiner futuristisch anmutenden Außenfassade aus spiegelndem Material. Keine  Kamera  gibt so richtig wieder, wie großartig der Architekt Shuttelworth diese Außenhülle des Bahnhofes entwarf. Das Gebäude gleicht einem Juwel, der funkelt. Innen befindet sich eine große Bronze- Figur, die auch ihres gleichen sucht.

Der über eine Glaspassage mit Blick auf die Stadt führenden Überweg vom Bahnhof aus gibt schließlich eine gigantische Shopping Meile frei, die ihres gleichen sucht. Nicht vom Angebot her, sondern was die Menschen darin betrifft: Reisende mischen sich mit Jugendlichen, die nach der Schule einen Cocktail trinken oder Sushi essen, mit Touristen, die nur schauen wollen, älteren englischen Damen, die ihren Cafe trinken und Paaren, die exklusive Waren einkaufen wollen. Kinderstimmen mischen sich mit dem starkem Birminghamer Brummi Akzent.  Dieser breit gesprochene Dialekt ist einzigartig und besonders. Er kann durchaus mit Walisisch, Irisch und Schottisch konkurrieren.

Fortsetzung folgt…

@VeRa

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